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06.05.2015

16:43 Uhr

Ruhr-Metropole

Essen wird zur Energiehauptstadt

Seit der Kohle- und Stahlkrise ging es in der Stadt Essen lange bergab. Doch seit einigen Jahren wächst die Wirtschaft der Ruhr-Metropole wieder. Mit dem Umzug von Eon hofft die Stadt auf weiteren Schwung.

Mit dem Umzug von Eon soll die Ruhr-Metropole aufgewertet werden. dpa

Stadtautobahn A40 in Essen

Mit dem Umzug von Eon soll die Ruhr-Metropole aufgewertet werden.

EssenSchlechte Luft und wenig Geld – so lauten hartnäckige Vorurteile gegen das Ruhrgebiet und seine Metropole Essen. Tatsächlich hat die industrielle Kernregion Deutschlands mit der Kohle- und später der Stahlkrise Hunderttausende Stellen und viel von ihrem alten Reichtum verloren.

Der Strukturwandel nach den Goldenen Zeiten der Montanindustrie ist ein mühsames Geschäft, die Arbeitslosenzahlen liegen bis heute mit rund 12 Prozent überdurchschnittlich hoch.

Doch seit etwa zehn Jahren wächst die Ruhrwirtschaft wieder deutlich. Die Unternehmen in der Region haben sich neu formiert. Bereits 2010 kam der Stahlriese Thyssen-Krupp zurück an den einstigen Essener Krupp-Stammsitz in eine spektakuläre neue Firmenzentrale.

Jetzt hat sich der größte deutsche Energiekonzern Eon für den Umzug mit der Mehrheit der Mitarbeiter an die Ruhr entschieden. Bei der Eon-Hauptversammlung an diesem Donnerstag dürfte dieses Thema die Gespräche der Aktionäre bestimmen.

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Fast gleichzeitig mit Eon kündigte der weltgrößte Chemikalienhändler Brenntag seinen Wechsel von Mülheim nach Essen an. Die Stadt beherbergt damit künftig sechs der 50 umsatzstärksten Konzerne Deutschlands (Eon, RWE, ThyssenKrupp, Aldi Nord, Hochtief, Schenker) und die renditestarken MDAX-Unternehmen Brenntag und Evonik. Essen mit seinen knapp 578.000 Einwohnern spielt so als Wirtschaftsstandort zusammen mit Frankfurt, München und Hamburg bundesweit in der ersten Liga.

Vor allem für die Energiewirtschaft wird die Stadt zum Maß aller Dinge, wenn neben der Nummer Zwei der Branche, RWE, ab 2016 auch die Nummer Eins Eon ihren Sitz in Essen hat, hoffen die Stadtoberen. Lokalpolitiker und Wirtschaftsförderer sprechen schon von der „Energiehauptstadt Essen“.

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