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12.09.2014

00:26 Uhr

Russische Pipeline

Gazprom liefert auch Österreich weniger Gas

Die Gasfluss aus Russland ist ins Stocken geraten. Nach Polen und der Slowakei meldet nun auch Österreich einen Liefereinbruch. Das kann neben technischen auch mehrere politische Ursachen haben.

Mehrere EU-Länder bemerken einen Rückgang der Gasmenge, die Gazprom liefert. Die Gründe liegen im Dunkeln. dpa

Mehrere EU-Länder bemerken einen Rückgang der Gasmenge, die Gazprom liefert. Die Gründe liegen im Dunkeln.

Warschau/WienNach Polen und der Slowakei hat auch Österreich am Donnerstag einen deutlichen Einbruch bei den Gaslieferungen aus Russland verzeichnet.

15 Prozent weniger Gas als vereinbart seien angekommen, teilte die Energieregulierungsbehörde E-Control mit. Ein möglicher Grund sei, dass Russland seine Speicher auffülle und deswegen weniger Gas für den Export verfügbar sei, sagte E-Control-Abteilungsleiter Bernhard Painz.

Kavernen: Speicher für Öl und Gas

Standorte

In Deutschland sind an zwölf Standorten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Bremen und Schleswig-Holstein mehr als 100 Kavernenspeicher für Erdöl in Betrieb. In diesen Hohlräumen, die beim Abbau von Salz entstanden sind, lagern in großer Tiefe unter der Erde viele Millionen Tonnen Erdöl.

Staatlicher Verband

Allein der staatliche Erdölbevorratungsverband hält in seinen Kavernen mehr als 20 Millionen Tonnen Mineralölerzeugnisse vor, um für Krisenzeiten gewappnet zu sein. Die dichte Salzsteinumgebung gilt als sicher genug, um darin gefahrlos Öl zu lagern.

Erdgas

Auch Erdgas lässt sich in Kavernen aufbewahren, um durch die Vorräte Verbrauchspitzen abzufangen. Meist von großen Energieversorgern betrieben, finden sich in Deutschland daher neben den Ölspeichern im Salz auch rund 360 Gaskavernen.

Zuvor am Tag hatte Polen gemeldet, der russische Versorger Gazprom habe seine Gaslieferungen an das Land inzwischen um fast die Hälfte gekürzt. Wie der polnische Versorger PGNiG am Donnerstag mitteilte, wurden am Vortag um 45 Prozent reduzierte Lieferungen im Vergleich zur bestellten Menge aus Russland registriert.

Bereits am Mittwoch hatte PGNiG mitgeteilt, die Lieferung sei am Dienstag um 24 Prozent zu niedrig ausgefallen, was Gazprom allerdings als "falsch" zurückwies. Die Slowakei meldete einen Rückgang um zehn Prozent.

Das Gas erreicht die EU-Staaten über die Transitländer Ukraine und Weißrussland. Ob die Kürzungen technische oder politische Ursachen haben, ist weiterhin unklar. Polen gehört zu den schärfsten Kritikern Russlands im Ukraine-Konflikt.

Hinter der Drosselung des russischen Gases könnte aber auch der Versuch Moskaus stecken, die Versorgung der Ukraine durch rückfließendes Gas aus den EU-Staaten zu verhindern. Die Ukraine erhält wegen ausstehender Rechnungen seit Juni kein Gas mehr von Russland.

Von

afp

Kommentare (34)

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Herr Maksym Kopiy

12.09.2014, 07:32 Uhr

und wieder russische lugen, terror und verletzung der int Gesetzen. runter mit dem rubel, ol und gas

Herr Martin Ivers

12.09.2014, 07:32 Uhr

Untertänige Vasallen bekommen Rabatte, Länder, die Russland nicht genehm sind Strafaufschläge und werden mit der Nichtlieferung bedroht, für den Fall dass sie ihr Gas weiterverkaufen wollen. Tymoschenko wurde politisch kaltgestellt,weil sie Gas gestohlen haben soll, und der Gassstreit 2005/6 mit der Ukraine stellt sich bei näherer Betrachtung des merkwürdigen Vertragswerks auch anders da, als die Version, die Ukraine habe Gas gestohlen.
Den baltischen Staaten wurde billiges Gas angeboten, wenn sie aus der NATO austräten. Die Nord Stream Pipeline mit Staatsbürgschaften vom gekauften Kanzler Schröder finanziert.

Also Deutschland kann sich freuen, wenn Russland seinen Lieferverpflichtungen nicht nachkommt.
Wir kommen aus den Knebelverträgen raus und der russischen Subversions- und Propagandamaschine geht das Geld aus.
Und wir können endlich unsere Heizenergieversorgung breiter aufstellen. Das Klima freut es auch, aus maroden russischen Pipelines entweicht viel Methan.

Herr Tenzin Konchuk

12.09.2014, 08:42 Uhr

Und wieder einmal wird der Beginn der Angelegenheit vergessen.
Warum liebes Handelsblatt schreibt ihr nicht über Petter scholl Latours letztes Buch. ????

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