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17.03.2014

18:50 Uhr

Russischer Öl-Riese

Rosneft kauft sich bei Pirelli ein

Hilfe für Pirelli: Der russische Ölkonzern Rosneft steigt beim Reifenhersteller ein. Mit Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro soll Pirelli zurück in der Spur. Das Geschäft in Russland soll verstärkt werden.

Spiegelung in Rosneft-Firmenschild: Der russische Öl-Riese kauft sich beim finanziell angeschlagenen Reifenhersteller Pirelli ein. AFP

Spiegelung in Rosneft-Firmenschild: Der russische Öl-Riese kauft sich beim finanziell angeschlagenen Reifenhersteller Pirelli ein.

MailandMitten in der Krim-Krise steigt der russische Öl-Riese Rosneft im großen Stil beim italienischen Reifen-Hersteller Pirelli ein. Der am Montag bekanntgegebenen Transaktion zufolge kontrolliert Rosneft künftig 13 Prozent an Pirelli und wird damit zum wichtigsten Aktionär. Nach Informationen einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zahlt der russische Branchenprimus mehr als 500 Millionen Euro in bar und übernimmt zusätzlich Schulden in Höhe von rund 250 Millionen.

Öffentlich gemacht wurde der Deal von den italienischen Banken Intesa und Unicredit, die ebenfalls zu den neuen Eignern zählen. Demnach hält Rosneft die Hälfte an einer neuen Dachgesellschaft, der insgesamt 26,2 Prozent an Pirelli gehören. Weiterer Holdinggesellschafter ist neben den beiden Geldhäusern eine Investmentfirma des Pirelli-Verwaltungsratsvorsitzenden Marco Tronchetti Provera. Intesa teilte mit, Rosneft solle Pirelli unter anderem dabei helfen, die Geschäfte in Russland zu stärken. Dort hatte der Reifen-Produzent zuletzt mit Problemen zu kämpfen. Das Land ist für ihn ein wichtiger Wachstumsmarkt.

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Der russische Ölriese Rosneft hat im vergangenen Jahr überraschend viel verdient. Er profitiert von der milliardenschweren Übernahme des Rivalen TNK-BP und steigt damit zum weltgrößten börsennotierten Ölkonzern auf.

Die Transaktion ist die zweite große russischer Investoren in Westeuropa binnen weniger Tage. Erst am Sonntag hatte der Energieversorger RWE die Veräußerung seiner Öl- und Gasfördertochter Dea für gut fünf Milliarden Euro einschließlich Schulden an eine Käufergruppe unter der Führung eines russischen Milliardärs angekündigt. Weder Pirelli noch RWE gingen auf die zunehmenden internationalen Spannungen wegen des geplanten Anschlusses der ukrainischen Halbinsel Krim an Russland ein. Ein RWE-Sprecher sagte lediglich, das Unternehmen habe wie bei solch großen Geschäften üblich die Bundesregierung informiert, die sich nicht dagegen ausgesprochen habe.

An der Börse kam der Deal aber schlecht an. Pirelli-Anleger trennten sich von der Aktie, die 3,2 Prozent auf 11,65 Euro abrutschte. Die neuen Eigner hatten nach Intesa-Angaben zwölf Euro je Anteilsschein bezahlt, was dem Schlusskurs vom Freitag entsprach.

Von

rtr

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