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19.09.2014

14:22 Uhr

Russischer Ölkonzern

Lukoil kürzt Investitionen

Nach den US-Sanktionen muss Russlands zweitgrößter Ölkonzern Lukoil nun seine Investitionen für das kommende Jahr kürzen – zwei Milliarden Dollar weniger sollen es sein.

Die USA haben Sanktionen gegen führende russische Energiekonzerne verhängt, wozu neben Lukoil auch Gazprom und Rosneft gehören. Reuters

Die USA haben Sanktionen gegen führende russische Energiekonzerne verhängt, wozu neben Lukoil auch Gazprom und Rosneft gehören.

SotschiRusslands zweitgrößter Ölkonzern Lukoil bekommt die westlichen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise zu spüren. Im kommenden Jahr werde das Unternehmen rund zwei Milliarden Dollar weniger investieren als 2014, sagte Konzernchef Wagit Alekperow am Freitag. Er räumte ein, dass dies auch mit den Strafmaßnahmen zusammenhänge. Als weiteren Grund nannte der Manager, dass die Modernisierung von Raffinerien abgeschlossen sei. Für das laufende Jahr hat Lukoil Investitionen über 20 Milliarden Dollar eingeplant. Die heimische Ölproduktion werde aber 2015 nicht gekürzt, betonte Alekperow.

Die USA haben Sanktionen gegen führende russische Energiekonzerne verhängt, wozu neben Lukoil auch Gazprom und Rosneft gehören. US-Firmen dürfen sie nicht bei bestimmten Fördervorhaben unterstützen, etwa in der Arktis und bei der Suche nach Schiefervorkommen. Außerdem wird die Finanzierung über die westlichen Kapitalmärkte durch die Sanktionen von EU und USA beschränkt.

Offen ist dem Lukoil-Chef zufolge noch, welche Auswirkungen die Sanktionen auf die Partnerschaft mit dem französischen Total -Konzern haben, die eine gemeinsame Erschließung von Ölvorkommen in Sibirien vorsieht. „Wir haben Rechtsanwälte, die sich das anschauen“, sagte Alekperow.

Rosneft und der US-Partner Exxon Mobil haben dagegen offenbar auf die Strafmaßnahmen reagiert. Nach Worten des russischen Rohstoffministers Sergej Donskoi dürften die beiden Unternehmen ihre Ölbohrungen in der Arktis gestoppt haben. Dies sei mit hoher Wahrscheinlichkeit geschehen, sagte Donskoi.

Die von Sanktionen betroffenen russischen Firmen können mit staatlichen Hilfen rechnen. Finanzminister Anton Siluanow sagte der Nachrichtenagentur Itar-Tass zufolge, die Regierung prüfe einen Vorschlag der Energiekonzerne Rosneft und Novatek, wonach ihnen ein staatlicher Fonds Anleihen in Höhe von jeweils bis zu umgerechnet 3,9 Milliarden Dollar abkaufen könnte. Die zwei Unternehmen werden von Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin geleitet.

Von

rtr

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