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18.03.2014

12:09 Uhr

Russischer Ölkonzern

Rosneft bereitet sich auf Sanktionen vor

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krim-Krise lassen sich bisher nur erahnen. Auch russische Konzerne wappnen sich gegen künftige Einschränkungen. Rosneft will offenbar eine Mega-Anleihe auf den Markt bringen.

Werbung von Rosneft in Moskau im Rahmen der Olympischen Winterspiele: Der Ölkonzern plant offenbar, eine Anleihe mit einem Volumen von umgerechnet gut 42 Milliarden Euro auf den Markt zu bringen. Reuters

Werbung von Rosneft in Moskau im Rahmen der Olympischen Winterspiele: Der Ölkonzern plant offenbar, eine Anleihe mit einem Volumen von umgerechnet gut 42 Milliarden Euro auf den Markt zu bringen.

MoskauRusslands größter Ölkonzern Rosneft bereitet sich einem Zeitungsbericht zufolge auf Sanktionen des Westens wegen der Krim-Krise vor. Das Unternehmen erwäge, Anleihen im Volumen von insgesamt umgerechnet gut 42 Milliarden Euro auf den Markt zu bringen, um damit seine Schulden zu refinanzieren, berichtete die Wirtschaftszeitung „Kommersant“ am Dienstag unter Berufung auf Insider. Dieser Schritt ziele möglicherweise darauf ab, Sanktionen vorzubeugen.

Rosneft spielte den Pressebericht herunter. Das Unternehmen teilte dazu am Dienstag mit, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Nach Worten des Rosneft-Chef Igor Setschin ist die russische Wirtschaft auf Sanktionen des Westens vorbereitet. In einem solchen Fall könnte sich die Wirtschaft des Landes anderweitig orientieren, sagte Setschin am Dienstag der Nachrichtenagentur Prime zufolge.

Rosneft ist nach der Übernahme des russisch-britischen Gemeinschaftsunternehmens TNK-BP im vergangenen Jahr für 55 Milliarden Dollar hoch verschuldet. Trotzdem kauft der Konzern weiter kräftig ein: Am Montag war bekannt geworden, dass Rosneft im großen Stil beim italienischen Reifen-Hersteller Pirelli einsteigt. Künftig kontrollieren die Russen 13 Prozent an Pirelli und werden damit zum wichtigsten Aktionär. Nach Informationen einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zahlt der russische Branchenprimus mehr als 500 Millionen Euro in bar und übernimmt zusätzlich Schulden in Höhe von rund 250 Millionen.

Öffentlich gemacht wurde der Deal von den italienischen Banken Intesa und Unicredit, die ebenfalls zu den neuen Eignern zählen. Demnach hält Rosneft die Hälfte an einer neuen Dachgesellschaft, der insgesamt 26,2 Prozent an Pirelli gehören. Weiterer Holdinggesellschafter ist neben den beiden Geldhäusern eine Investmentfirma des Pirelli-Verwaltungsratsvorsitzenden Marco Tronchetti Provera.

Intesa teilte mit, Rosneft solle Pirelli unter anderem dabei helfen, die Geschäfte in Russland zu stärken. Dort hatte der Reifen-Produzent zuletzt mit Problemen zu kämpfen. Das Land ist für ihn ein wichtiger Wachstumsmarkt.

Die Transaktion ist die zweite große russischer Investoren in Westeuropa binnen weniger Tage. Erst am Sonntag hatte der Energieversorger RWE die Veräußerung seiner Öl- und Gasfördertochter Dea für gut fünf Milliarden Euro einschließlich Schulden an eine Käufergruppe unter der Führung eines russischen Milliardärs angekündigt.

Von

rtr

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