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25.05.2014

13:40 Uhr

RWE-Chef

Entlastung für Energieversorger in Sicht

Die Energiekonzerne wird es freuen: RWE-Chef Peter Terium rechnet damit, dass die Preise an den Strombörsen nicht weiter sinken. Zudem werde sich das Geschäft der Energieversorger komplett wandeln.

RWE-Chef Peter Terium blickt zuversichtlich auf die Entwicklung der Strompreise an den Börsen. Reuters

RWE-Chef Peter Terium blickt zuversichtlich auf die Entwicklung der Strompreise an den Börsen.

Berlin/EssenNach jahrelangen Preisrückgängen an den Strombörsen rechnet RWE-Chef Peter Terium mit einer Konsolidierung. „Wir haben derzeit eher weniger Sorgen, dass der Preis weiter fällt.“ Für RWE bedeute das Entlastung bei den Ergebnissen.

„Wir wollen in der Erzeugung die schwarze Null halten“, sagte Terium in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Dazu trügen auch die erfolgreichen Kosteneinsparungen der vergangenen zwei Jahre gerade bei den Kraftwerken bei. Der Börsenstrompreis war von 2011 bis Ende 2013 von etwa 55 auf 38 Euro pro Megawattstunde (Ein-Jahres-Kontrakte) gefallen. RWE hatte 2013 wegen hoher Abschreibungen auf seinen europäischen Kraftwerkspark erstmals Milliardenverluste ausgewiesen.

Zudem werde sich das Geschäft der Energieversorger nach Einschätzung von Terium komplett wandeln: Zur weiterhin notwendigen Erzeugung in Großkraftwerken - dazu gehörten künftig auch Windparks auf See - kommen dezentrale, technisch anspruchsvolle Einzellösungen. „Die Energiewelt der Zukunft wird so komplex wie IT heute“, sagte Terium. Bei RWE habe die Stromerzeugung vor allem mit Gas- und Kohlekraftwerken lange allein die Hälfte des Ergebnisses gebracht, Handel, Vertrieb und Netze den Rest. Diese zentrale Rolle spiele die konventionelle Erzeugung heute nicht mehr.

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

RWE

Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

Eon

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

Vattenfall

Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

EnBW

EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

In der neuen dezentralen Energiewelt biete RWE Solar- und Mikrokraftwerkslösungen, helfe den Einzelkunden beim Energiemanagement in beide Richtungen - also auch beim Einspeisen ins Netz, beim Energiespeichern für den eigenen Haushalt und beim Energiesparen. „Die konventionelle Erzeugung wird dabei vom Lastesel des Unternehmens zum Bereitschaftsdienst“, sagte Terium. Die Renditen im neuen Dienstleistungsgeschäft könnten mit den früheren Kraftwerksgewinnen vielfach nicht Schritt halten. Dennoch liege dort die Zukunft. „Bescheidenheit ist auch eine Tugend.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

26.05.2014, 10:23 Uhr

Der durchschnittliche Spotmarkt-Strompreis im Zeitraum 01.01.2014 bis 23.05.2014 liegt bei 32,6 EUR/MWh. Gegenüber den 38 EUR/MWh aus 2013 ist demnach ein weiterer Rückgang zu beobachten. Woher Herr Terium seinen Optimismus nimmt ist mir unklar. Hofft er, dass die Abschaltung konventioneller Kraftwerke den Preis wieder nach Oben treibt?

Account gelöscht!

26.05.2014, 13:46 Uhr

Entlastung! Wann wird endlich der Bürger entlastet und nicht belastet bzw. abgezockt? Wann kümmern sich unsere Politiker endlich um Deutsche? Warum weigert sich Frau Merkel dies zu tun, obwohl ihr Amtseid dies vorsieht????

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