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08.02.2016

18:33 Uhr

RWE

Dortmund buhlt um Firmensitz des Ökostromgeschäfts

Die Stadt Dortmund drängt darauf, den Unternehmenssitz des neuen RWE-Ökostromgeschäfts in die Reviermetropole zu holen. Die alte RWE AG mit dem kriselnden Kerngeschäft soll in Essen bleiben.

Zentrale von RWE in Essen: Die neue Ökostromtochter könnte nach Dortmund umziehen. dpa

RWE-Tower

Zentrale von RWE in Essen: Die neue Ökostromtochter könnte nach Dortmund umziehen.

DüsseldorfIm Zuge des Umbaus bei RWE positionieren sich nun Vertreter des größten Einzelaktionärs. Nach Handelsblatt-Informationen aus Konzernkreisen drängt die Stadt Dortmund darauf, den Unternehmenssitz der neuen, grünen Gesellschaft in die Reviermetropole zu holen. „Dortmund steht bereit“, sagte Ullrich Sierau dem Handelsblatt. Der Oberbürgermeister der Stadt (SPD), der den Aufsichtsrat bei den Stadtwerken Dortmund leitet, geht davon aus, dass ein „großer Teil“ der Entwicklungsarbeit für die Gesellschaft mit dem Projektnamen Newco in Dortmund stattfinden wird. RWE wollte sich nicht äußern.

Sierau hofft, dass zu den knapp 3000 bereits bestehenden RWE-Arbeitsplätzen in seiner Stadt noch weitere hinzukommen. Der derzeitige Unternehmenssitz von Deutschlands zweitgrößtem Energieversorger befindet sich in Essen. Die Konzernzentrale von RWE dürfte auch weiterhin dort bleiben, aber die Tochter könnte sich Richtung Dortmund orientieren – wenngleich es in dieser Angelegenheit noch keine Entscheidung gibt.

RWE bündelt das Geschäft mit der Energiewende, also Vertrieb, Netze und Ökostrom, in einer neuen Gesellschaft, die gegen Ende des Jahres an die Börse gehen soll. Bei der RWE AG verbleibt das kriselnde Kerngeschäft – die Stromerzeugung durch große Kohle- und Atomkraftwerke sowie der Energiehandel.

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RWE-Chef Peter Terium drängt seinen ärgsten Widersacher aus dem Konzern: Vertriebschef Arndt Neuhaus, den Liebling der kommunalen Aktionäre. Auch andere Führungskräfte bangen um ihren Job. Was hat Terium noch vor?

Mit dem einschneidenden Umbau hofft RWE, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Der Stromkonzern hatte allein 2015 gut die Hälfte seines Börsenwerts eingebüßt. Zu Diskussionen führten auch die jüngsten Pläne von RWE-Chef Peter Terium, die neue und die alte Gesellschaft vorerst in Personalunion zu führen.

Deutsche Bank und Goldman Sachs, die die Aufspaltung des Konzerns begleiten, haben Terium laut Finanzkreisen nahegelegt, lieber einen klaren Schnitt zu ziehen, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Schließlich machen sich alte und neue RWE künftig gegenseitig Konkurrenz und buhlen um die gleichen Großkunden in der Industrie.

Allerdings hieß es in Finanzkreisen weiter, dass die Banken trotz der Bedenken bei der Corporate Governance eine Personalunion mittragen würden. Dazu dürfte es aber nicht kommen. Auch der designierte RWE-Aufsichtsratschef Werner Brandt bevorzuge klare Zuständigkeiten, hieß es zuletzt in Konzernkreisen. Terium solle zügig die Newco führen und der bisherige Vize, Rolf Martin Schmitz, die Führung der RWE AG übernehmen. Die Entscheidung über die Personalien stehen Anfang März bei der nächsten Aufsichtsratssitzung von RWE auf der Tagesordnung.

Von

fhu

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