Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.11.2016

14:30 Uhr

RWE-Ökostromtochter

Innogy beschränkt sich auf kleine Zukäufe

In den kommenden Jahren peilt Innogy nur kleinere Übernahmen an – der Konzern will sich auf geplante Investitionsprojekte konzentrieren. Darüber hinaus ist laut Innogy-Chef Terium kein Geld aus dem Börsengang übrig.

Innogy will in kleinen Schritten wachsen. dpa

RWE-Tochter für erneuerbare Energien

Innogy will in kleinen Schritten wachsen.

FrankfurtDie RWE-Ökostromtochter Innogy will sich in den kommenden Jahren bei Übernahmen zurückhalten. Der Konzern habe für größere Akquisitionen trotz der zwei Milliarden Euro aus dem Börsengang kein Geld übrig, sagte Innogy-Chef Peter Terium am Dienstagabend vor dem Internationalen Club der Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. „Die zwei Milliarden sind verplant in Investitionsprojekte für die nächsten zwei bis drei Jahre.“ Der Versorger wolle auch kein Geld für Zukäufe auf die hohe Kante legen. Kleinere Übernahmen wie die kürzlich erworbene Solar- und Batteriefirma Belectric seien aber möglich. Hierfür hatte der Konzern nach eigenen Angaben einen hohen zweistelligen Millionenbetrag bezahlt.

Terium zeigte sich zuversichtlich, dass Innogy noch im Dezember in den MDax aufsteigt. „Das sieht sehr gut aus.“ Um auch in den Dax aufgenommen zu werden, müsse aber der Anteil der Mutter RWE auf 55 bis 60 Prozent schrumpfen.

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

RWE hält nach dem Börsengang noch 76,8 Prozent an Innogy. RWE hatte bei dem Börsengang 2,6 Milliarden Euro eingenommen. Terium, der zu dieser Zeit noch RWE-Chef war, sieht die Mutter nun mit ausreichend finanziellen Mitteln versorgt. „Mittelfristig ist die RWE jetzt wieder auf gesunde Füße gestellt. Ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber wenn alles gegen uns gelaufen wäre, wäre die RWE in Liquiditätsnöte gekommen.“ Ein solch latentes Risiko könne ein Vorstand nicht verantworten. „Und das ist jetzt endgültig weg.“

Elektromobilität: Innogy will beim Schnellladenetz mitmachen

Elektromobilität

Innogy will beim Schnellladenetz mitmachen

Die deutschen Autokonzerne haben sich verbündet, um ultraschnelle Ladestationen für Elektroautos aufzubauen. Ein potentieller Partner aus der Energiewirtschaft steht schon bereit: Die Öko-Tochter von RWE will das Projekt unterstützen.

Von dem Regierungswechsel in den USA befürchtet Terium keine negativen Auswirkungen auf das Ökostromgeschäft. Es mache dafür keinen Unterschied, dass Donald Trump US-Präsident werde. Die Energiewende finde in Bundesstaaten wie Kalifornien und Texas statt. „Das ist unumkehrbar.“ Innogy will in den USA unter anderem Windkraftanlagen aufbauen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×