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25.03.2013

16:07 Uhr

RWE

Verzögerungen bei elektronischem Stromzähler

RWe Metering muss die flächendeckende Einführung von elektronischen Stromzählern verschieben. Die Geräte haben noch Probleme, die Verbrauchsdaten an die Versorger zu senden. In Mülheim läuft gerade ein Pilot-Projekt.

Die elektronischen Stromzähler haben noch ein Kommunikationsproblem. dpa

Die elektronischen Stromzähler haben noch ein Kommunikationsproblem.

MülheimDie flächendeckende Einführung elektronischer Stromzähler („Smart Meter“) wird sich nach Einschätzung des größten deutschen Messstellenbetreibers RWE Metering weiter verzögern. „Wir erwarten einen Rollout nicht vor 2015“, sagte der technische Geschäftsführer des Unternehmens, Ulrich Wernekinck, am Montag in Mülheim an der Ruhr.

Vor allem für die Geräte-Kommunikationseinheit, die Verbrauchsdaten der Haushalte an den Versorger weitergeben kann, fehle bisher eine klare technische Beschreibung. „Nach dem, was wir bisher wissen, sind die Anforderungen für die Datensicherheit höher als beim Homebanking.“ Dies treibe die Kosten in die Höhe. Nach derzeitigen Schätzungen werde die Gesamteinheit zwischen 250 und 350 Euro kosten.

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Mit elektronischen Stromzählern verbindet die Branche Hoffnungen auf Stromersparnis und stabilere Netze, weil Verbrauch und Produktion besser aufeinander abgestimmt werden können. Schon das Ablesen des täglichen Verbrauchs an den Geräten werde die Verbraucher zu mehr Sparsamkeit bewegen, hoffen Befürworter. Kritiker befürchten dagegen ein „Ausspionieren“ der Verbraucher - etwa, weil sich an den Verbrauchswerten die Zahl der Hausbewohner ablesen lässt.

RWE hat in Mülheim im bisher bundesweit größten „Smart Meter“-Projekt rund 100 000 Haushalte ausgestattet - allerdings ohne Kommunikationseinheit. Die Möglichkeit, den täglichen Stromverbrauch abzulesen, habe das Verbraucherverhalten nur wenig verändert, sagte Wernekinck. Der Verbrauch sei nur um ein bis drei Prozent gesunken - und damit deutlich geringer als in Studien prognostiziert. Die Auswirkungen einer flächendeckenden „Smart Meter“-Einführung für die Energiewende werden derzeit im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums in einer Studie untersucht.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

25.03.2013, 16:26 Uhr

Offensichtlich sind die Amerikaner auch dort besser.
In Kalifornien im Raum LA sind die Smart Meter seit mehr als einem Jahr flaechendeckend in Betrieb, habe dort selbst einen. Man kann sogar im Internet seinen aktuellen Stromverbrauch ablesen, grafisch aufbereitet.

SteuerKlasseEins

25.03.2013, 19:59 Uhr

"..die Anforderungen für die Datensicherheit höher als beim Homebanking.."

Das ist lächerlich. Der Sinn des Ganzen ist ja, daß der Versorger die exakten Minutengenauen Verbrauchsdaten übermittelt bekommt. Der Datenschutz wird dort beim Versorger verletzt werden. Die Leute wollen ihre Privatsphäre nicht nur vor Hackern, sondern auch vor den Versorgern und den Mitarbeitern dort schützen. Es sollte deshalb für die Verbraucher wie bishrer einen Flat-Rate Tarif pro kWh geben, der die Identifizierung des Verbrauchers bei der Datenübertragung nicht erfordert, und damit dieser auch nicht identifiziert wird.

SteuerKlasseEins

25.03.2013, 20:02 Uhr

Stimmt, aber dort wo in den USA die Smart Meter eingeführt wurden, hat sich auch schon eine starke Anti-Smartmeter Bewegung gebildet, weshalb PGE gezwungen wurde eine Option zum analogen Zähler anzubieten. Es kann spannend werden ob im Anti-Technik-Land NR.1, Deutschland, auch die Smartmeter als Schlüssel zur Energiewende boykottiert werden.

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