Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.12.2013

17:49 Uhr

Salzabwässer

Hessische Landesregierung knöpft sich K+S vor

Der Dax-Konzern K+S soll künftig kein Salzwasser mehr in die Werra einleiten. Das will die neue Landesregierung in Hessen durchsetzen. Das Unternehmen hat aber Zweifel – Analysten geben ihm recht.

Im Kaliwerk Werra wird das abgesprengte Rohsalz abgeladen. An dieser Förderstätte entsteht Salzabwasser, das entsorgt werden muss. dpa

Im Kaliwerk Werra wird das abgesprengte Rohsalz abgeladen. An dieser Förderstätte entsteht Salzabwasser, das entsorgt werden muss.

Wiesbaden/FrankfurtDie neue hessische Landesregierung setzt den Düngemittelkonzern K+S unter Druck. Das Unternehmen, das seit Jahren salzige Abwässer in den Untergrund pumpt und in den Fluss Werra einleitet, müsse diese Praxis stoppen, heißt es im Koalitionsvertrag, den CDU und Grüne am Mittwoch in Wiesbaden vorstellten.

„Die Koalition verfolgt das Ziel, die Belastung des Grundwassers und des Oberflächenwassers im Naturraum Werra-Weser durch Salzabwässer dauerhaft zu beenden.” Die Landesregierung legt dem Dax -Konzern deshalb nahe, eine Pipeline zu bauen, mit der das Salzwasser direkt in die Oberweser oder in die Nordsee gepumpt werden könnte.

Die größten Kaliproduzenten

Uralkali (Russland)

Kaliproduktion: 12,1 Millionen Tonnen

Weltweite Produktion 2014

Belaruskali (Weißrussland)

Kaliproduktion: 10,3 Millionen Tonnen

Potash Corp (Kanada)

Kaliproduktion: 8,8 Millionen Tonnen

Mosaic (USA)

Kaliproduktion: 8,3 Millionen Tonnen

K+S (Deutschland)

Kaliproduktion: 5,7 Millionen Tonnen

ICL (Israel)

Kaliproduktion: 5,1 Millionen Tonnen

K+S prüft seit einiger Zeit den Bau einer solchen Pipeline, die Schätzungen zufolge rund 600 Millionen Euro kosten könnte. Der Konzern hat bereits diverse Genehmigungsverfahren angestoßen. Das Unternehmen aus Kassel hat jedoch noch nicht entschieden, ob es die Pipeline auch tatsächlich bauen will. K+S-Chef Norbert Steiner äußerte am Mittwoch Zweifel, ob die Versenkung oder Einleitung von Salzwasser in den Werra in naher Zukunft gestoppt werden kann. „Ob bereits in wenigen Jahren auf die derzeit bestehenden Entsorgungspfade vollständig verzichtet werden kann, ist aus Sicht des Unternehmens eher unwahrscheinlich.”

Positiv wertet Steiner, dass sich die Landesregierung für die „Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Kali-Standortes in Nordhessen und der vielen tausend Arbeitsplätze” einsetzen will, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Positiv sieht das Unternehmen zudem, dass sich die Politik bisher nicht auf konkrete Maßnahmen festgelegt hat und dass sie die die bestehenden Genehmigungen nicht antasten will. Demnach darf das Unternehmen noch mindestens bis Ende November 2015 Abwässer in den Boden pumpen und bis Ende 2020 in die Werra einleiten.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Laie

19.12.2013, 09:47 Uhr

Wenn Niedersachsen der Pipeline zustimmt, dann muss sie gebaut werden. Schliesslich gibt es verschiedenste Quellen für Salzabwässer, und die Halden werden auch nach dem Ende der Förderung bleiben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×