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26.02.2016

09:31 Uhr

Salzgitter

Branchenkrise lastet auf Stahlhersteller

Bei Deutschlands zweitgrößtem Stahlhersteller Salzgitter löst die Branchenkrise weiter Alarm aus. Für das laufende Jahr traut sich der MDax-Konzern nur noch eine schwarze Null zu.

Der Konzern hat erstmals seit 2011 wieder einen Gewinn erzielt. dpa

Salzgitter AG

Der Konzern hat erstmals seit 2011 wieder einen Gewinn erzielt.

HamburgDer zweitgrößte deutsche Stahlkocher Salzgitter rechnet nach der Rückkehr in die Gewinnzone im laufenden Jahr mit einem in etwa ausgeglichenen Vorsteuerergebnis. Als Grund für die erwartete Stagnation nannte der Thyssen-Krupp-Konkurrent am Freitag Belastungen durch Billigimporte aus China. „Die Preise sind im Eimer“, sagte ein Sprecher. Wenn sich die Entwicklung fortsetze, drohe der Verlust von Arbeitsplätzen.

Für 2016 stellte das im Mdax gelistete Unternehmen aus Niedersachsen einen annähernd stabilen Umsatz von rund 8,6 Milliarden Euro in Aussicht. Die Prognose eines operativ in etwa ausgeglichenen Vorsteuerergebnisses bedeutet nach Lesart des Managements eine mögliche Abweichung von bis zu 20 Millionen Euro nach oben oder unten.

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Die Herausforderungen blieben angesichts der in die Europäische Union flutenden Stahlimporte enorm, sagte Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann. Hinzu komme die nach wie vor drohende Verschärfung der energie- und umweltpolitischen Rahmenbedingungen. Salzgitter setzt darauf, dass die von der EU-Kommission angekündigten Anti-Dumping-Maßnahmen gegen China in der zweiten Jahreshälfte greifen. Die EU hatte vor einer Woche für mehrere Stahlprodukte aus China Untersuchungen angekündigt und für weitere Zölle eingeführt.

Parallel kündigte der Konzern weitere Einsparungen an. So seien für zwei Werke der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH im Harz und in Mühlheim umfassende Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen geplant. Details nannte Fuhrmann nicht.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Im vergangenen Jahr hatte Salzgitter erstmals seit 2011 wieder einen Gewinn erzielt. Vor Steuern verdiente der Stahlhersteller 12,6 Millionen Euro nach einem Verlust von 15,2 Millionen im Vorjahr. Unter dem Strich weitete Salzgitter den Verlust auf 45,5 (Vorjahr: minus 31,9) Millionen Euro aus, weil der Konzern 26,5 Millionen Euro wegen eines Urteils des Bundesfinanzhofs zur steuerlichen Anrechenbarkeit von Aktienleihen zur Seite legte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Nettoverlust von knapp 24 Millionen Euro gerechnet.

Von

rtr

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