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13.11.2014

11:10 Uhr

Salzgitter hofft auf Sanierungsprogramm

Stahlkonzern kassiert seine Umsatzprognose

Salzgitter bekräftigt sein Vertrauen in das angelaufene Sanierungsprogramm – seine Umsatzprognose muss der Stahlkonzern dennoch kassieren. Die Branche leidet unter dem anhaltenden Preisverfall für Stahl in Europa.

Der Stahlkonzern Salzgitter muss seine Umsatzprognose nach unten korrigieren. dpa

Der Stahlkonzern Salzgitter muss seine Umsatzprognose nach unten korrigieren.

MünchenDer Stahlkonzern Salzgitter stutzt wegen der Branchenflaute seine Umsatzprognose für das laufende Jahr. Gegen Jahresende würden die Erlöse für Walzstahl und auch die Absatzmengen zurückgehen, teilten die Niedersachsen am Donnerstag mit. Der Umsatz werde daher 2014 um die neun Milliarden Euro betragen. Zuletzt war das Unternehmen noch von zehn Milliarden Euro ausgegangen. Der Verlust vor Steuern werde sich der Null nähern, hieß es weiter.

Salzgitter, wie auch der größere Rivale ThyssenKrupp, leiden unter dem anhaltenden Preisverfall für Stahl in Europa, wo derzeit ein Überangebot herrscht. Ende Oktober senkte der Branchenverband Eurofer seine Jahresprognosen für 2014 und 2015; Anbieter aus Übersee sowie die Konjunkturabkühlung setzten der Industrie zu. Thyssen-Manager Andreas Goss erklärte kürzlich, eine Besserung sei nicht in Sicht.

Bereits in den ersten neun Monaten waren die Einnahmen von Salzgitter auf 6,8 Milliarden Euro von 7,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Vor Steuern erreichte der Konzern einen Gewinn von 5,5 Millionen Euro, nachdem vor Jahresfrist noch ein Fehlbetrag von 366 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte.

Das laufende Sanierungsprogramm zahle sich aus, begründete Salzgitter das Plus. Salzgitter hatte bereits im vergangenen Jahr den Abbau von 1500 der einst 23.000 Stellen angekündigt, um sich zurück in die Gewinnzone zu arbeiten.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Analysten rechnen mit weiteren Einschnitten. „Wir erwarten, dass das Management mehr in den verlustträchtigen Bereichen tun wird, auch wenn sich das Unternehmen womöglich nicht dazu äußert“, kommentierte Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe.

Am Aktienmarkt reagierten die Anleger erleichtert auf die Aussichten, dass sich Salzgitter trotz geringerer Einnahmen für das laufende Jahr dennoch einen Vorsteuergewinn vorgenommen hat. Die Titel legten im MDax rund ein Prozent zu.

Von

rtr

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