Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.05.2016

12:30 Uhr

Salzgitter

Stahlkocher schreibt hauchdünn schwarze Zahlen

Die Krise bei den Stahlpreisen drückt weiter auf die Bilanz von Salzgitter. Der Gewinn schmolz zu Jahresbeginn auf nur noch eine Million Euro zusammen. Nachrichten aus China lassen aber auf Besserung hoffen.

Der Konzern hat im ersten Quartal nur noch einen geringen Gewinn erzielt. dpa

Stahlwerk von Salzgitter

Der Konzern hat im ersten Quartal nur noch einen geringen Gewinn erzielt.

SalzgitterDie Krise in der Stahlindustrie belastet den zweitgrößten deutschen Stahlkocher Salzgitter. Auf gerade einmal eine Million Euro schrumpfte der Überschuss im ersten Quartal 2016, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei 32,7 Millionen Euro gelegen. Zum Jahresende war Salzgitter durch den Verfall der Stahlpreise und Dumping-Importe aus China zum vierten Mal hintereinander tief in die roten Zahlen gerutscht.

Inzwischen gibt es aber einen Hoffnungsschimmer. In den vergangenen Wochen zogen, ausgehend von besseren Wirtschaftsaussichten in China, die Stahlpreise wieder an. Bis das allerdings in den Ergebnissen der Produktionssparten von Salzgitter ankommt, dauert es nach Angaben eines Sprechers rund ein Quartal. Das Management bleibt auch noch vorsichtig: „Inwieweit die seit wenigen Wochen zu verzeichnende Stahlmarkterholung nachhaltig ist, kann derzeit noch nicht prognostiziert werden“, sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Die angespannte Lage auf dem Stahlmarkt belastet nicht nur die Niedersachsen. Insgesamt bleibe die Stahlerzeugung in Deutschland vorerst im Rückwärtsgang, teilte die Wirtschaftsvereinigung Stahl mit. Auch beim deutschen Branchenprimus Thyssen-Krupp haben die stark gesunkenen Stahlpreise tiefe Spuren hinterlassen. Um 62 Prozent auf 37 Millionen Euro war der Gewinn dort im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres eingebrochen.

Salzgitter hatte bereits Ende April berichtet, dass der Umsatz im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um gut 18 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro abgesackt war. Der Vorsteuergewinn brach von 51,8 auf 3,1 Millionen Euro ein. Als Stütze erwies sich dabei wieder einmal die Beteiligung am Kupferhersteller Aurubis. Zudem halfen Einsparungen.

Für das Gesamtjahr rechnet Salzgitter daher nach wie vor mit einem operativ in etwa ausgeglichenen Vorsteuerergebnis. Dabei setzt Salzgitter auch darauf, dass die Europäische Union im Laufe des Jahres bei weiteren Stahlsorten Schutzzölle gegen Importe aus China einführt und sich die Preise damit stabilisieren.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×