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28.02.2017

11:00 Uhr

Salzgitter

Stahlkonzern fährt wieder Gewinn ein

Salzgitter ist im vergangenen Jahr in die Gewinnzone zurückgekehrt und will jetzt wieder auf Wachstum schalten. Doch mit seiner Prognose für 2017 enttäuscht der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern die Anleger.

Das Unternehmen hat 2016 wieder einen Nettogewinn von knapp 57 Millionen Euro eingefahren dpa

Arbeiter im Stahlwerk Salzgitter

Das Unternehmen hat 2016 wieder einen Nettogewinn von knapp 57 Millionen Euro eingefahren

SalzgitterDer zweitgrößte deutsche Stahlkonzern Salzgitter schaltet nach den Krisenjahren der Schwerindustrie auf Wachstum. Die Preise im europäischen Stahlmarkt hätten sich nicht zuletzt dank der Anti-Dumping-Zölle der EU gegen chinesische Billigimporte erfreulich entwickelt, sagte Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann am Dienstag. „Daher bin ich sehr zuversichtlich, dass wir 2017 die vierte Steigerung des Konzernergebnisses in Folge sehen werden.“

Das Vorsteuerergebnis könne auf 100 bis 150 Millionen Euro klettern nach rund 53 Millionen 2016. Mit dem Ausblick konnte der Manager allerdings nicht punkten. Die Aktie verlor zeitweise fast fünf Prozent und war schwächster Wert im Nebenwerteindex MDax.

„Die Prognose für 2017 ist vorsichtig“, schrieben die Experten der Baader Bank. Morgan Stanley hatte bislang mit 173 Millionen Euro gerechnet. Der Konzern betonte die starken Schwankungen im Geschäft mit Stahl. Bei einem Absatz von zwölf Millionen Tonnen könnten Margenveränderungen von 25 Euro je Tonne das Ergebnis in Höhe von 300 Millionen Euro verändern, rechnete Salzgitter vor.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Die Schwerindustrie mit dem deutschen Branchenprimus Thyssen-Krupp und Weltmarktführer Arcelor-Mittal kämpft seit Jahren mit Preisdruck, Überkapazitäten und Billigimporten aus China. Die Preise hatten sich zwar zuletzt dank der EU-Anti-Dumping-Maßnahmen gegen China etwas erholt. Wegen der vielen längerfristigen Verträge schlagen diese bei den Herstellern aber erst allmählich durch. Obwohl die Aussichten so günstig seien wie seit 2012 nicht mehr, werde der Konzern seine Sparanstrengungen weiter vorantreiben, kündigte Salzgitter-Chef Fuhrmann an.

Im vergangenen Jahr kehrten die Niedersachsen unter dem Strich in die Gewinnzone zurück. Das Unternehmen fuhr einen Nettogewinn von 56,8 Millionen Euro ein nach einem Verlust von 56 Millionen im Jahr davor. Salzgitter profitierte von Kostensenkungen und den sich in der zweiten Jahreshälfte stabilisierenden Stahlpreisen. Der Konzernumsatz soll 2017 auf rund neun Milliarden Euro klettern, nachdem er im vergangenen Jahr wegen des Preisverfalls beim Stahl auf 7,9 Milliarden von 8,6 Milliarden geschrumpft war. Die komplette Bilanz für 2016 legt Fuhrmann am 24. März vor.

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