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10.08.2016

09:11 Uhr

Salzgitter

Stahlkonzern profitiert von Anti-Dumping-Maßnahmen

Die ersten EU-Maßnahmen gegen Billigstahl aus China zeigen Wirkung: Der deutsche Stahlkocher Salzgitter sieht einen deutlichen Anstieg der Preise. Im ersten Halbjahr wurde der Konzern aber noch gebeutelt.

Der Konzern spürt den Anstieg der Preise für viele Stahlprodukte. Reuters

Stahlwerk in Salzgitter

Der Konzern spürt den Anstieg der Preise für viele Stahlprodukte.

DüsseldorfSalzgitter, Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher hinter Thyssen-Krupp, hofft nach einem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr auf eine Trendwende. Erste EU-Antidumping-Maßnahmen gegen Billigimporte aus China hätten seit dem Frühjahr 2016 einen überraschend kräftigen Rückgang von Importen aus der Volksrepublik und dadurch einen Anstieg der Preise vieler Stahlprodukte bewirkt, teilte der niedersächsische Konzern am Mittwoch mit.

Salzgitter bekräftigte daher seine bereits angehobene Ergebnisprognose für 2016. In den ersten Monaten des Jahres ächzte Salzgitter allerdings noch unter „immensem Preisdruck“ infolge der Billigimporte aus China, Russland und der Ukraine.

So sank in den ersten sechs Monaten der Vorsteuergewinn auf 16,1 (Vorjahr: 80,2) Millionen Euro. Dabei schlugen Kosten für Restrukturierungen von 6,6 Millionen Euro zu Buche sowie ein positiver Beitrag von 26,1 Millionen Euro von Aurubis. Salzgitter ist mit 25 Prozent an Europas größter Kupferhütte beteiligt und erhält einen anteiligen Ergebnisbeitrag.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann bekräftigte die bereits angehobene Ergebnisprognose und erwartet einen Vorsteuergewinn von 30 bis 60 Millionen Euro. Das wäre deutlich mehr als 2015, als 13 Millionen Euro vor Steuern zu Buche standen. „Wir begrüßen die dringend erforderlichen Antidumping-Initiativen der EU-Kommission, ohne die wesentliche Teile der europäischen Stahlindustrie mittelfristig in Frage gestellt wären“, betonte Fuhrmann.

Von

rtr

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