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05.06.2013

14:27 Uhr

Sanierung

Solarworld-Gläubiger sollen im Juli abstimmen

Die Rettung des gefährdeten Konzerns Solarworld geht in die nächste Runde: Im Juli sollen Gläubiger von zwei Anleihen dem Sanierungskonzept zustimmen. Im Mai war eine ähnliche Abstimmung schon gescheitert.

Im Juli wird es Ernst für das Solarunternehmen Solarworld. Die Gläubiger müssen dem Sanierungskonzept zustimmen. Reuters

Im Juli wird es Ernst für das Solarunternehmen Solarworld. Die Gläubiger müssen dem Sanierungskonzept zustimmen.

DüsseldorfDer Countdown für den angeschlagenen Solarkonzern Solarworld läuft: In einem Monat sollen die Gläubiger zweier Anleihen das Sanierungskonzept absegnen, das unter anderem den Verzicht auf den größten Teil ihrer Ansprüche vorsieht. Firmenchef und Großaktionär Frank Asbeck plant, den Anleihegläubigern in den nächsten Wochen ein konkretes Angebot zu unterbreiten, wie Solarworld mitteilte. Beschlüsse darüber sollen auf Versammlungen gefasst werden, die voraussichtlich ebenfalls am 8. und 9. Juli im Anschluss an die Gläubigerversammlungen zur Wahl der gemeinsamen Vertreter stattfinden sollen.

Asbeck muss nach der Einigung mit den meisten Schuldschein-Gläubigern auch die Gläubiger der beiden 2016 beziehungsweise 2017 fällige Anleihen über insgesamt 550 Millionen Euro ins Boot holen. Der mit über einer Milliarde Euro verschuldete Solarkonzern plant einen Schuldenschnitt, wodurch die langfristigen Verbindlichkeiten um etwa 60 Prozent reduziert werden sollen. Die Gläubiger sollen mithin auf 60 Prozent ihrer Ansprüche verzichten und dafür Solarworld-Aktien bekommen.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Ähnlichen Restrukturierungsplänen hatten seinerzeit Gläubiger des Solarkonzerns Q-Cells und des Holzverarbeiters Pfleiderer eine Abfuhr erteilt und die Firmen damit in die Insolvenz getrieben. Für Solarworld-Chef Asbeck geht es im Juli also um Hopp oder Top.

In einer ersten Runde im Mai hatten die Gläubiger-Treffen nicht das für die Wahl eines gemeinsamen Vertreters nötige Quorum von 50 Prozent erreicht. Bei der zweiten Runde im Juli ist dafür keine Mindestpräsenz mehr nötig. Allerdings müssen nach dem Schuldverschreibungsgesetz 75 Prozent der Anleihezeichner den Sanierungsplänen zustimmen.

An der Börse nährten am Mittwoch indes die umstrittenen EU-Pläne zur Einführung von Solar-Strafzöllen auf chinesische Billigprodukte die Hoffnung auf bessere Zeiten. Die Solarworld-Aktie legte nach ihrem Vortagesplus von über neun Prozent nochmals um knapp sechs Prozent auf 80 Cent zu.

Von

rtr

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