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18.06.2013

14:55 Uhr

Sanierungsplan

Solarworld buhlt bei Gläubigern um Zustimmung

Für die Gläubiger sei der Sanierungsplan mehr wert als ein Scheitern von Solarworld: So wirbt Großaktionär Frank Asbeck um die Zustimmung zum Rettungspaket. Doch Experten bleiben skeptisch.

Die Zentrale des Photovoltaikunternehmens Solarworld in Bonn. dpa

Die Zentrale des Photovoltaikunternehmens Solarworld in Bonn.

BonnDer angeschlagene Solarkonzern Solarworld hat sein Rettungspaket geschnürt. Firmengründer und Großaktionär Frank Asbeck buhlt nun bei den Gläubigern um Zustimmung für seinen Sanierungsplan. "Jeder bekommt nach diesem Plan mehr heraus als im Falle eines Scheiterns der Solarworld, die Anleihegläubiger zudem deutlich mehr als den gegenwärtigen Kurswert der Anleihen", sagte Asbeck am Dienstag in Bonn. Er bestätigte Informationen der Nachrichtenagentur Reuters, dass 55 Prozent der Schulden des Solarkonzerns nicht zurückgezahlt sondern in Aktien umgewandelt werden sollen.

Asbeck bestätigte zudem, dass ein strategischer Investor aus Katar mit 35 Millionen Euro einsteigen und er selbst aus der Privatschatulle rund zehn Millionen Euro investieren wolle. Die Banken hätten den Plänen bereits zugestimmt. "Wenn das Konzept umgesetzt wird, können wir wieder durchstarten", gab sich Asbeck zuversichtlich. Die Zustimmung der Anleihegläubiger steht allerdings weiterhin aus.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Reuters hatte am Wochenende erfahren, dass sich Asbeck und der katarische Solarworld-Partner Qatar Solar Technologies knapp unter 50 Prozent der Anteile sichern wollen. Der Bonner Konzern wäre mit der Einigung rund zwei Drittel seiner mehr als 900 Millionen Euro Schulden los.

Mit der Zustimmung der Schuldscheingläubiger zu dem Schuldenschnitt hat Solarworld nur die erste Hürde übersprungen. Danach muss der Sanierungsplan den Gläubigern zweier Anleihen über zusammen 550 Millionen Euro vorgelegt werden. Sie sollen mit den Schuldscheingläubigern gleich behandelt werden und treffen sich am 8. und 9. Juli in Bonn. Sie müssten den Plan mit 75 Prozent billigen. Dazu müssten aber 50 Prozent der Zeichner anwesend sein - nach Ansicht von Experten kaum erreichbar. Bei einer zweiten Versammlung, die zwei Wochen später stattfinden könnte, reicht ein Quorum von 25 Prozent.

Von

rtr

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