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19.01.2016

14:16 Uhr

Schoeller-Bleckmann

Sparkurs der Ölmultis brockt SBO operativen Verlust ein

Der Ölpreis befindet sich im freien Fall. Das wirkt sich auch auf die Zulieferer aus: Die österreichische Servicefirma Schoeller-Bleckmann kämpft mit sinkenden Investitionen in der Branche – und heftigem Auftragsschwund.

Die Aufträge von SBO sind um fast 60 Prozent eingebrochen. Immer mehr Ölfirmen halten Investitionen zurück. dpa

Ölfeld in Libyen

Die Aufträge von SBO sind um fast 60 Prozent eingebrochen. Immer mehr Ölfirmen halten Investitionen zurück.

WienDer massive Sparkurs der Ölkonzerne setzt der österreichischen Ölfeld-Servicefirma Schoeller-Bleckmann (SBO) immer stärker zu. Im vergangenen Geschäftsjahr sei ein operativer Verlust (Ebit) von 24 Millionen Euro angefallen, wie das Unternehmen am Dienstag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Darin enthalten seien Wertminderungen von Firmenwerten und Sachanlagen sowie Restrukturierungsaufwendungen in der Höhe von 26 Millionen Euro.

Vor Einmaleffekte sei ein Betriebsergebnis von zwei Millionen Euro erzielt worden. 2014 wurde noch ein operativer Gewinn von 67,5 Millionen Euro ausgewiesen.

SBO produziert Bohrköpfe und Bohrgestänge für die Suche nach Öl und Gas. Aufgrund des Ölpreis-Verfalls sinken die Einnahmen und die Ölfirmen treten bei Investitionen auf die Bremse. Der Auftragseingang von SBO brach daher um 59,4 Prozent auf 202 Millionen Euro ein.

Die Chronik des Ölpreisverfalls

Der Verfall

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzt dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,7 Dollar. Derzeit kostet ein Fass Öl aus der Nordsee weniger als 33 Dollar.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will oder kann. Stattdessen kämpfen die Kartellmitglieder mit Rabatten um ihre Marktanteile. Diese Preis-Meilensteine durchschritt die Ölsorte Brent seit Anfang 2015:

7. Januar 2015

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar 2015

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009.

3. Februar 2015

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai 2015

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. August 2015

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August 2015

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet das Nordsee-Öl so wenig wie zuletzt im März 2009.

8. Dezember 2015

Nachdem die Opec ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

21. Dezember 2015

Brent kostet mit rund 36 Dollar so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

4. Januar 2016

Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Iran und dem Königreich. Dies macht eine gemeinsame Linie der beiden Opec-Mitglieder in der Ölpolitik unwahrscheinlich. Die Preise nehmen ihre Talfahrt wieder auf.

7. Januar 2016

Brent stürzt um sechs Prozent auf 32,16 Dollar ab und notiert damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. Damals hatte der Preis zuletzt die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Von

rtr

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