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27.12.2013

11:57 Uhr

Schuldenlast

RWE verkauft niederländisches Fernwärmegeschäft

Der Energiekonzern RWE ist hochverschuldet: Über 30 Milliarden Euro hat er zu schultern. Mit dem Verkauf der niederländischen Tochter Essent Local Energy Solutions will RWE einen Teil dieser Schuldenlast begleichen.

Das RWE Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf. Keine guten Aussichten für RWE: Über 30 Milliarden Euro Schulden lasten auf den Schultern des Energiekonzerns. Reuters

Das RWE Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf. Keine guten Aussichten für RWE: Über 30 Milliarden Euro Schulden lasten auf den Schultern des Energiekonzerns.

DüsseldorfDer hoch verschuldete Energiekonzern RWE hat die Fernwärmeaktivitäten seiner niederländischen Tochter Essent verkauft. Käufer von Essent Local Energy Solutions (ELES) seien der genossenschaftliche niederländische Pensionsfonds PGGM und der Energiedienstleister Dalkia, teilte RWE am Freitag mit. Zudem gingen auch drei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke in Helmond, Eindhoven und Enschede von RWE an PGGM und Dalkia. Zum Kaufpreis machte RWE keine Angaben.

Essent ist der größte Energieproduzent in den Niederlanden und beschäftigt 3600 Mitarbeiter. 2012 erwirtschaftete die RWE-Tochter einen Umsatz von 5,9 Milliarden Euro.

Welche Kraftwerke RWE abschalten will

Amer 8

Der Energieversorger RWE will in den nächsten Jahren zahlreiche Kraftwerke aus dem Markt nehmen. Darunter ist auch das Steinkohlekraftwerk Amer 8 in den Niederlanden. Die Anlage mit einer Erzeugungskapazität von 610 Megawatt soll Anfang 2016 stillgelegt werden.

Moerdijk 2

Die meisten der Anlagen, die RWE aus dem Markt nehmen will, sind Gaskraftwerke, wie etwa Moerdijk 2 in den Niederlanden. Die Anlage hat eine Erzeugungskapazität von 430 Megawatt und soll bereits Ende dieses Jahres langfristig konserviert werden.

Gersteinwerk F und Gersteinwerk G

Auch die Anlagen Gersteinwerk F und Gersteinwerk G sollen eingemottet werden. Gersteinwerk F noch in diesem Jahr und Gersteinwerk G Mitte 2014. Die Gaskraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 355 Megawatt und stehen in Deutschland.

Weisweiler H und Weisweiler G

Weisweiler H und Weisweiler G arbeiten ebenfalls mit Gas. Die deutschen Kraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 270 Megawatt und sollen bis Oktober 2013 langfristig konserviert werden.

Emsland B und Emsland C

Die deutschen Gaskraftwerke Emsland B und Emsland C haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 360 Megawatt und sollen bis Mitte 2014 zumindest in den Sommermonaten abgeschaltet werden.

Für RWE dürften die Einnahmen aus dem Verkauf der Essent-Fernwärmeaktivitäten eher ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Den nach E.ON zweitgrößten deutschen Versorger drücken Schulden von über 30 Milliarden Euro. RWE-Chef Peter Terium will diese auch mit dem Verkauf von Beteiligungen, darunter die milliardenschwere Öl- und Gasfördertochter RWE Dea, senken.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Nachwuchs

27.12.2013, 19:58 Uhr

Verschuldet? Warum werden die überbezahlten Manager nicht zur Rechenschaft gezogen??

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