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03.08.2013

02:19 Uhr

Schutz gefordert

US-Stahlkonzerne bibbern vor EU-Konkurrenz

In der ganzen Welt gibt es Überproduktionen an Stahl. Damit wollen die US-Stahlkonzerne nicht konkurrieren - sie fordern politische Maßnahmen. Der Zeitpunkt könnte etwas mit der Entwicklung der Stahlpreise zu tun haben.

Glühender Stahl in einer Hamburger Gussanlage: Die Überproduktion in Europa ist für US-Stahlkonzerne ein Problem. dpa

Glühender Stahl in einer Hamburger Gussanlage: Die Überproduktion in Europa ist für US-Stahlkonzerne ein Problem.

LondonUS-Stahlkonzerne fühlen sich durch eine zunehmende Konkurrenz aus Europa bedroht und haben die Regierung in Washington zu Schutzmaßnahmen aufgefordert. Die weltweiten Überkapazitäten der Branche haben in den vergangenen Jahren in den USA dazu geführt, dass mehr Stahlerzeugnisse in das Land eingeführt werden.

Der Branchenverband Steel Manufacturers Association (SMA) - zu deren Mitgliedern einige der weltgrößten Stahlhersteller wie Nucor und ArcelorMittal gehören - schrieb am Freitag an den Handelsbeauftragten Michael Froman, die USA dürften nicht zum Abladeplatz für die Überproduktion anderer Länder verkommen. "Die europäischen Regierungen sollten dazu ermuntert werden, ihre eigenen Stahl-Überkapazitäten zu reduzieren."

Nach Ansicht des Verbands haben europäische Stahlhersteller sich bisher davor gedrückt, den Betrieb zu reduzieren und die Produktionsleistung zu drosseln. Zudem haben einige europäische Regierungen dafür gesorgt, dass Werke geöffnet bleiben oder sich ihre Schließung verzögert. Damit haben sie dem SMA zufolge das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage verschärft.

Das Schreiben des SMA ist ein weiterer Versuch, den Konflikt ohne einen Rechtsstreit zu lösen. Einige Stahlhersteller sind bereits gegen die Importe bestimmter Stahlerzeugnisse vorgegangen. Weitere Initiativen sind in Vorbereitung.

Der Stahlmarkt präsentiert sich in den USA stabiler als in Europa. Während dort von einem Wirtschaftsaufschwung kaum etwas zu spüren ist, haben die Stahlpreise in den USA in den letzten Wochen angezogen - was das Land für Importeure noch attraktiver macht.

Darauf seien die USA jedoch nicht angewiesen, argumentierte SMA-Präsident Thomas A. Danjczek bereits im Juli bei einem Vortrag beim Aspen Institute. Mehr als genug Material aus Roh- und Alteisen mache die US-Hersteller unabhängig, mit verhältnismäßig geringen Energiepreisen und anderen Kosten sei die US-Stahlbranche für den Wettbewerb besser aufgestellt als ihr europäisches Pendant.

Ein Anteil von 65 Prozent bei der Nutzung von so genannten Minimills (im Vergleich zu 41 Prozent in Europa) garantiere zudem eine hohe Produktivität. Doch die Produktionsauslastung liege nur bei etwa 75 Prozent.

Kommentare (4)

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Kamich

03.08.2013, 01:49 Uhr

Wie war das noch mit der grossen nordatlantischen Freihandelszone ? Sollte die etwa Vorteile für beide Seiten bringen ? Politisch gewollt, aber wirtschaftlich/sozial problematisch : die wollen unseren Überschuss-Stahl nicht und wir deren Überschuss-(Gen-)Getreide nicht. Da könnte man sich ja doch noch einigen ... .

Account gelöscht!

03.08.2013, 06:50 Uhr

Walzen wir die USA mit unserer Krupp-Stahlpresse platt!

Account gelöscht!

03.08.2013, 07:55 Uhr

machen wir - sobald Thyssen-Krupp damit fertig ist, sich selber plattzuwalzen.

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