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02.10.2013

14:46 Uhr

Schwedischer Meiler

Quallen-Invasion legt Eon-AKW tagelang lahm

Im Südosten Schwedens musste ein Atomreaktor abgeschaltet werden, weil ein Quallenschwarm die Kühlwasserrohre verstopft hatte. So etwas passierte nicht zum ersten Mal – und Quallen sind nicht die einzigen Unruhestifter.

Quallen sind wunderschön anzusehen doch für die AKW-Betreiber in Oskarshamn eine Plage. dpa

Quallen sind wunderschön anzusehen doch für die AKW-Betreiber in Oskarshamn eine Plage.

StockholmEin riesiger Quallenschwarm hat in Schweden einen der größten Atomreaktoren der Welt lahmgelegt. Die Quallen verstopften die Rohre, die Kühlwasser in die Turbinen der Anlage leiten und zwangen den Betreiber – die Eon-Tochter OKG – dazu, den Reaktor 3 im AKW Oskarshamn im Südosten des Landes abzustellen. Zahllose Quallen waren in den Kühlkreislauf des Reaktors eingedrungen und hatten die Filter für das Meerwasser verstopft. Als die Invasion am Wochenende entdeckt wurde, sei der Reaktor am Sonntag „vorsorglich“ abgeschaltet und die Kühlanlage gereinigt worden, hieß es in einer Mitteilung.

Am Dienstag, zwei Tage nach dem Zwischenfall, waren die Rohre gereinigt und der Reaktor sollte wieder hochgefahren werden, wie OKG mitteilte. Die Stromversorgung oder die Sicherheit seien durch den Vorfall nicht beeinträchtigt gewesen.

Mit einer Leistung von 1400 Megawatt ist er der größte Siedewasserreaktor der Welt, wie OKG-Sprecher Anders Osterberg sagte. Das ist die gleiche Technik, die auch beim havarierten Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi verwendet wurde. Dort war im März 2011 ein Tsunami über die Schutzmauern gefegt und hatte die Anlage unter Wasser gesetzt, wodurch es schließlich zu einer Kernschmelze kam.

Viele Atomkraftwerke sind am Wasser gebaut, weil die Reaktoren konstant gekühlt werden müssen. Dabei kommt es immer wieder zu Zwischenfällen mit Meerestieren. Vergangenes Jahr musste ein Reaktor im Diablo Canyon in Kalifornien abgestellt werden, nachdem quallenähnliche Manteltiere namens Salpidae die Kühlrohre verstopft hatten. In Oskarshamn musste wegen Quallen bereits 2005 ein anderer Reaktor abgestellt werden.

In jedem Herbst müssten Quallen aus der Anlage entfernt werden, sagte eine OKG-Sprecherin der AFP. Aber diesmal seien es „so viele wie nie zuvor“ gewesen. Wissenschaftler machen die Verschmutzung, die Erwärmung und das Artensterben im Meer für die Ausbreitung von Quallen verantwortlich.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.10.2013, 15:53 Uhr

Aha, verstehe. Das Atom lässt sich durch keine Technolgie beherrschen. Übrigens haben Biogas-Anlagen in Deutschland sogar noch mehr Schaden angerichtet als Atomkraftwerke,
siehe
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-87347265.html

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