Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.05.2013

15:33 Uhr

Schwieriger Heimatmarkt

Energieversorger verlagern Stellen nach Osteuropa

Die Energieversorger kämpfen mit schrumpfenden Gewinnen - vor allem im Heimatmarkt. Nun zieht es neben Eon auch RWE nach Osteuropa. Der Grund dafür ist einfach.

Weniger Deutschland, mehr Polen: Der Energieversorger RWE will Stellen nach Osteuropa verlagern. dpa

Weniger Deutschland, mehr Polen: Der Energieversorger RWE will Stellen nach Osteuropa verlagern.

Düsseldorf/EssenDer Essener Versorger RWE bereitet angesichts schrumpfender Gewinne die Verlagerung von Stellen nach Polen vor. RWE baue derzeit ein zentrales Servicecenter für Querschnittsaufgaben im Personal-, Finanz- und Rechnungswesen auf, sagte Finanzvorstand Bernhard Günther am Mittwoch bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal.

Beschäftigt würden in der Pilotphase zunächst unter 100 Mitarbeiter, hieß es. Hintergrund sei das niedrigere Lohnniveau in Polen, bestätigte eine Firmensprecherin. Auch Konkurrent Eon hatte bereits im Mai vergangenen Jahres Pläne vorgestellt, nach denen sich im rumänischen Cluj 600 Mitarbeiter um das Rechnungswesen des Konzerns kümmern sollen. Der Standort zeichne sich „insbesondere durch gute Verkehrsanbindungen sowie geringe Betriebs- und Lebenshaltungskosten aus“, hieß es damals von Eon.

Der Verdi-Landesfachbereichsleiter Hans-Peter Lafos bezeichnete die RWE-Pläne als „betriebswirtschaftlichen Unsinn“. Einem Pilotprojekt mit maximal 99 Stellen habe die Arbeitnehmerseite aber nicht im Weg stehen wollen, sagte Lafos, der auch RWE-Aufsichtsratsmitglied ist.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Nach der Erprobung bis zum Jahresende wolle RWE entscheiden, wie groß der Krakauer Servicestandort wird, sagte Günther. Europaweit arbeiten nach Günthers Worten mehrere tausende Beschäftigte in Geschäftsbereichen, die theoretisch für eine Verlagerung infrage kommen. An Beschäftigtenzahlen in diesem Umfang sei aber nicht gedacht.

Die Energieversorger orientieren sich angesichts des schwierigen Heimatmarktes immer mehr ins Ausland. So hatte Eon-Chef Teyssen bereits Ende vergangenen Jahres ein Joint Venture mit der mächtigen türkischen Familien-Holding Sabanci besiegelt und hatte sich mit 50 Prozent an dem türkischen Energieunternehmen Enerjisa beteiligt. Der Vorstoß in der Türkei ist Teil der Internationalisierungs-Strategie des Konzerns. „Unseren Marktanteil in Deutschland werden wir nicht halten können“, hatte der Eon-Chef Ende April in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt. „Wachsen wird dafür das Geschäft im Ausland“.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

aletheia53

15.05.2013, 16:39 Uhr

Verlagerung von Arbeitsplätzen!
Vielleicht wäre die Verlagerung der (bekanntlich nicht ganz billigen, teilweise auch nicht preiswerten) Führungsarbeitsplätze in diese Billiglohnländer. Die sind ja fürs Tagesgeschäft mit den Kunden hierzulande nicht nötig (ich habe nicht geschrieben: nicht brauchbar!)Da könnte man sicher eine Menge sparen. Und es wäre ein innovativer Ansatz. Da kann man in den Medien punkten.

Account gelöscht!

15.05.2013, 16:51 Uhr

Aber die Energiewende bringt uns doch Arbeitsplätze! Oder lügen die Grünen etwa ;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×