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18.12.2015

13:31 Uhr

Shell in Nigeria

Farmer dürfen Ölriesen in den Niederlanden verklagen

Farmer werfen der nigerianischen Shell-Niederlassung Umweltverschmutzung vor. Nun hat ein Gericht entschieden, dass sie den Ölkonzern vor einem niederländischen Gericht verklagen dürfen. Das hat weitreichende Folgen.

Die Umweltverschmutzung sei laut den Farmern durch Lecks von zwei unterirdisch verlaufenden Ölleitungen verursacht worden. Reuters

Streit geht weiter

Die Umweltverschmutzung sei laut den Farmern durch Lecks von zwei unterirdisch verlaufenden Ölleitungen verursacht worden.

Den HaagNigerianische Farmer haben die Möglichkeit, den Ölkonzern Shell wegen Umweltverschmutzung vor einem niederländischen Gericht zu verklagen. Das entschied ein Berufungsgericht in Den Haag am Freitag. Damit wird der Fall weiterverhandelt, wahrscheinlich im kommenden Jahr. Zuvor hatte Shell erklärt, für die Verschmutzung nicht verantwortlich zu sein. Zudem seien niederländische Gerichte für diesen Fall nicht zuständig.

Das Berufungsgericht erklärte nun jedoch, es könne nicht im voraus festgestellt werden, dass das Mutterunternehmen nicht für mögliche Nachlässigkeiten seiner in Nigeria operierenden Firma verantwortlich sei. Das Gericht ordnete zudem an, der Ölkonzern müsse den Bauern und Umweltaktivisten Einsicht in den Fall betreffende Dokumente gewähren. Shell Nigeria teilte mit, das Unternehmen sei enttäuscht über das Urteil. Man glaube, dass Anschuldigungen, die nigerianische Kläger in einem Streit mit einem nigerianischen Unternehmen über einen Streit in Nigeria erhöben, in Nigeria verhandelt werden sollten, hieß es.

Vier Farmer werfen Shell und seiner nigerianische Niederlassung vor, verantwortlich für die Verschmutzung von Land und Wasser in den Jahren 2004 bis 2007 zu sein. Diese sei durch Lecks von zwei unterirdisch verlaufenden Ölleitungen verursacht worden.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Umweltaktivisten erklärten, das Urteil sei ein Präzedenzfall. Dadurch werde der Weg geebnet, dass Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden für mutmaßliche Fahrlässigkeit ihrer Niederlassungen anderswo auf der Welt verklagt werden könnten. Geert Ritsema von der Umweltgruppe Friends of the Earth sagte, die Rechtsprechung bedeute, dass Opfer von Menschenrechtsverletzungen oder von Verschmutzung niederländische multinationale Unternehmen in den Niederlanden vor Gericht bringen könnten.

2013 hatten Richter die meisten Punkte in dem Fall abgelehnt und erklärt, die Lecks in den Pipelines seien durch Saboteure verursacht worden, nicht durch Fahrlässigkeit von Shell. Trotzdem hatte ein Richter in einem Fall angeordnet, dass Shell Nigeria einen Farmer entschädigen müsse, weil es das Unternehmen Saboteuren zu einfach gemacht habe, die Leitungen zu manipulieren.

Im Januar hatte Shell bereits als Entschädigung für eine Ölkatastrophe in Nigeria den betroffenen Bewohnern eines Fischerdorfs umgerechnet 70 Millionen Euro bezahlt. Zudem erklärte sich das Unternehmen dazu bereit, die Säuberungsarbeiten im Nigerdelta nach den beiden verheerenden Öllecks 2008 zu übernehmen. Beobachter hatten damals erwartet, dass alleine die Höhe der Entschädigung zu einer Flut neuer Klagen gegen Ölkonzerne führen könnte.

Im ölreichen Nigerdelta im Süden Nigerias gibt es jährlich Hunderte von Öllecks. Die geschädigten Anwohner werden oft genug nach einem langwierigen Rechtsstreit mit den Ölkonzernen mit Niedrigstsummen abgespeist.

Von

ap

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