Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2016

15:10 Uhr

Shell vor Mega-Deal

Aktionäre stimmen Übernahme von BG zu

Grünes Licht für den Milliarden-Deal: Mit einer deutlichen Mehrheit haben die Aktionäre von Shell einer Übernahme des britischen Gaskonzerns BG Group zugestimmt. Die Gelegenheit scheint günstig.

Der Preisdruck auf dem Ölmarkt zwingt viele Konzerne, sich nach Übernahmemöglichkeiten umzusehen. So wollen die Unternehmen Kosten senken. AFP

Preisdruck

Der Preisdruck auf dem Ölmarkt zwingt viele Konzerne, sich nach Übernahmemöglichkeiten umzusehen. So wollen die Unternehmen Kosten senken.

Den HaagDie anstehende Megaübernahme auf dem Öl- und Gasmarkt ist einen Schritt weiter: Die Aktionäre des Energiekonzerns Shell haben grünes Licht für die Übernahme des britischen Gasproduzenten BG Group gegeben. Rund 83 Prozent der Anteilseigner votierten am Mittwoch in Den Haag zu für den Deal. An diesem Donnerstag müssen noch die Aktionäre von BG zustimmen. Mitte Februar soll die Übernahme dann abgeschlossen werden.

Im April vergangenen Jahres hatte Shell das Milliardengeschäft angekündigt, damals war der Deal rund 47 Milliarden britische Pfund schwer. Seitdem ist der Kaufpreis, der zum Teil in Aktien von Shell bezahlt wird, wegen des gesunkenen Kurses auf rund 35 Milliarden Pfund (46 Milliarden Euro) gesunken. Der Ölpreisverfall hat bei vielen Unternehmen im Rohstoffsektor zuletzt für Abschreibungen in Milliardenhöhe gesorgt. Die Konzerne suchen ihr Heil unter anderem in Fusionen und Übernahmen, um Kosten zu senken.

Das Auf und Ab beim Ölpreis im Jahr 2015

Überangebot

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzen dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,71 Dollar. Derzeit liegt der Preis mit rund 40 Dollar nicht einmal halb so hoch.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will. Sie kämpft stattdessen mit Rabatten um ihre Marktanteile.

7. Januar

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009. Damit nähert er sich dem im Sog der Finanzkrise im Dezember 2008 erreichten Tief von 36,20 Dollar. Das war so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

3. Februar

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. Juli

Ein Bericht über den neuerlichen Anstieg von Ölbohrungen in den USA setzt den Preis wieder unter Druck: Brent fällt bis auf knapp 60 Dollar. Am darauffolgenden Montag, den 6. Juli, sinkt der Preis wieder klar unter die 60-Dollar-Marke.

3. August

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet Brent so wenig wie zuletzt im März 2009, als der Preis einen Tiefstand von 41,30 Dollar erreichte.

8. Dezember

Nachdem die Opec am Freitag ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

9. Dezember

Auch an den Zapfsäulen kommt der Kursverfall am Rohstoffmarkt langsam an: Bei mehreren Internet-Vergleichsportalen kratzt der Preis für ein Liter Diesel erstmals seit 2009 wieder an der Ein-Euro-Marke.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×