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24.04.2015

17:43 Uhr

Siemens

Kaesers Öl-Phantasien

VonAxel Höpner

„Eine coole Industrie“ sagt Siemens-Chef Joe Kaeser über die Öl-Branche. Kaum hat er den Industrieausrüster Dresser-Rand gekauft, wird schon über weitere Zukäufe spekuliert. Ein solcher Schritt käme überraschend.

Vorstandschef Joe Kaeser hat bereits den Ölkonzern-Ausrüster Dresser-Rand gekauft. dpa

Vorstandschef Joe Kaeser hat bereits den Ölkonzern-Ausrüster Dresser-Rand gekauft.

MünchenVor gut zwei Monaten war Joe Kaeser bei der Erdöl-Fördergemeinschaft Opec zu Besuch. Der Siemens-Chef fühlte sich von dem Empfang geschmeichelt, er hat seinen Gefallen an der Ölbranche gefunden. „Eine coole Industrie“, da gelte noch ein Händedruck, sagte er bei der Energie-Messe Ceraweek in dieser Woche. In den Vereinigten Staaten trommelte er dieser Tage für seine Öl-Strategie. Die teure Übernahme des Kompressorenherstellers Dresser-Rand, lautete seine Botschaft, werde sich langfristig trotz des Ölpreisverfalls auszahlen.

Denn eins gilt weiterhin: Kaeser will unbedingt ins Öl- und Gasgeschäft. Bislang spielte Siemens dort als Spezialist so gut wie gar keine Rolle. Anders als der große Rivale General Electric (GE). Um aufzuholen holte Kaeser die US-Amerikanerin Lisa Davis zu Siemens („Die Feuerwehrfrau von Siemens“), die ihr ganzes bisheriges Berufsleben in der Ölbranche verbracht hat. Sie führt die Energiesparte von Siemens nun von Houston aus – um noch näher dran zu sein.

Auch vom Preisverfall beim Öl lässt sich Kaeser bislang nicht irritieren. Der sei nicht nachfragebedingt, argumentiert er. Überhaupt: Die Zyklen im Ölgeschäft gingen über Jahrzehnte. Was macht da schon ein kurzfristiger Preisverfall?

Kein Wunder, dass manche glauben, Kaesers Übernahmehunger sei noch nicht gestillt. Schließlich ist GE noch immer eine deutlich größere Nummer in dem Sektor. Noch ist die umstrittene Dresser-Rand-Akquisition noch gar nicht vollzogen, da machen daher schon Gerüchte über neue Zukaufpläne die Runde. An Teilen von Halliburton soll Siemens interessiert sein. Die Münchener erwägten ein Gebot, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Wieder geht es um Milliarden-Summen. Siemens wollte die Gerüchte am Freitag nicht kommentieren. Zu solchen Spekulationen äußert sich der Konzern grundsätzlich nicht.

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