Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.02.2016

15:21 Uhr

Siemens und Gamesa

Windkraft-Fusion rückt näher

Bislang rangiert Siemens im Windkraftgeschäft weltweit auf Platz zwei. Die näherrückende Fusion mit dem Turbinenhersteller Gamesa würde die Deutschen aber zum Branchenprimus machen. Die Unternehmen ergänzen sich gut.

Mit einem Deal in Spanien könnte sich Siemens wieder ein Stück weit unabhängiger vom Geschäft mit Öl- und Gastechnik machen. Reuters

Teile von Windkrafträdern

Mit einem Deal in Spanien könnte sich Siemens wieder ein Stück weit unabhängiger vom Geschäft mit Öl- und Gastechnik machen.

München/MadridSiemens und der spanische Windturbinenhersteller Gamesa stehen Insidern zufolge kurz vor der Schaffung eines neuen Weltmarktführers im Windkraftgeschäft. Vertreter des deutschen Technologiekonzerns seien zu abschließenden Gesprächen über eine Fusion der Siemens-Windenergiesparte mit dem bisherigen Rivalen nach Madrid gereist, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Beide Unternehmen ergänzen sich gut: Bei Siemens dominiert das Geschäft mit Anlagen auf hoher See, Gamesa ist auf Windkraft an Land spezialisiert.

Geplant sei ein Gemeinschaftsunternehmen, das mit knapp zehn Milliarden Euro bewertet werde, sagte einer der Insider. Siemens werde daran eine knappe Mehrheit halten. Das passt zum Marktwert von Gamesa: Das spanische Unternehmen wird an der Börse in Madrid mit rund 4,6 Milliarden Euro bewertet. Hauptaktionär von Gamesa ist mit annähernd 20 Prozent der spanische Energieversorger Iberdrola. Gamesa hatte bereits Gespräche mit Siemens bestätigt, die Deutschen schwiegen sich bisher aus. Am Mittwoch wollte sich keines der beiden Unternehmen äußern.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Bislang rangiert Siemens im Windkraftgeschäft weltweit auf Platz zwei hinter der dänischen Vestas und vor dem US-Erzrivalen General Electric (GE). Gamesa liegt mit einem Weltmarktanteil von fünf Prozent nur auf Platz acht. Während Siemens bisher meist Industrieländer in Europa und Nordamerika beliefert, machen die Basken praktisch ihren kompletten Umsatz in Übersee, vor allem in Lateinamerika, Indien und anderen Schwellenländern.

Mit einem Deal in Spanien könnte sich Siemens wieder ein Stück weit unabhängiger vom Geschäft mit Öl- und Gastechnik machen. Mit der Übernahme eines Teils von Rolls-Royce und der US-Firma Dresser-Rand hatte sich der Schwerpunkt von Siemens' Energietechnik deutlich dorthin verschoben. Gamesa ist mit einer geplanten operativen Rendite von über acht Prozent deutlich profitabler als das Windkraftgeschäft von Siemens, das zuletzt kaum drei Prozent Marge erreichte.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×