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07.05.2015

07:57 Uhr

Sinkende Stahlpreise

Klöckner & Co. stellt Jahresziele in Frage

Seit Monaten fallen die Stahlpreise. Vor allem in den USA wird der Rohstoff immer billiger. Den Stahlhändler Klöckner & Co. stellt das vor großen Herausforderung. Das Erreichen der Jahresziele wird immer schwieriger.

Stahlhändlern wie Klöckner & Co. macht der niedrige Stahlpreis zu schaffen. dpa

Stahlhändlern wie Klöckner & Co. macht der niedrige Stahlpreis zu schaffen.

DüsseldorfNach einem unerwartet hohen Verlust zum Jahresauftakt hat der Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) seine Jahresziele infrage gestellt. Als Grund nannte Vorstandschef Gisbert Rühl neben Währungsbelastungen in der Schweiz „stark fallende Stahlpreise“ in den USA. Im zweiten Halbjahr werde zwar ein spürbarer Anstieg des operativen Ergebnisses erwartet, sagte Rühl am Donnerstag an. „Unser ausgegebenes Ziel eines steigenden Ebitda im Gesamtjahr – vor vorgesehenen Restrukturierungsmaßnahmen – erscheint aufgrund des stark geänderten Umfelds jedoch sehr ambitioniert.“

Im ersten Quartal kletterten die Erlöse auf 1,697 (Vorjahr: 1,572) Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) sank dagegen auf zehn (39) Millionen Euro. Netto stieg der Verlust auf 22 Millionen von zwei Millionen Euro vor Jahresfrist.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Der Stahlhändler hatte 2014 dank Einsparungen nach zwei Krisenjahren wieder einen Nettogewinn verbucht. KlöCo beliefert rund 150.000 Kunden in 15 Ländern mit Stahlprodukten. Hauptmärkte sind neben den USA, Deutschland, Frankreich, Belgien und die Schweiz.

Von

rtr

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