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11.12.2012

17:09 Uhr

Sinkende Umsätze

Wirtschaft leidet unter Wintereinbruch

Eis und Kälte machen vielen deutschen Betrieben zu schaffen. Baukonzerne und die Transportunternehmen rechnen mit sinkenden Umsätzen. Der frühe Wintereinbruch könnte ein negatives Wirtschaftswachstum zur Folge haben.

Besonders Logistikkonzerne bekommen die Minusgrade zu spüren. dpa

Besonders Logistikkonzerne bekommen die Minusgrade zu spüren.

Berlin.Schnee und Kälte belasten die deutsche Wirtschaft. „Der Wintereinbruch kommt sehr früh", klagte der stellvertretende Geschäftsführer des Hauptverbandes der Bauindustrie (HDB), Heiko Stiepelmann, am Dienstag. „Wenn wir Pech haben, drückt das noch den Jahresumsatz vieler Betriebe." Auch der Baustoffkonzern HeidelbergCement behält das Wetter genau im Auge. „Der Bau kennt zwei Feinde: Wenn es zu nass ist, und wenn es zu kalt ist", sagte ein Sprecher. Vor zwei Jahren sei im Dezember wegen starken Schneefalls wenig gelaufen auf dem Bau. Es sei momentan aber noch nicht absehbar, ob sich dies wiederhole.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) befürchtet, dass das Bruttoinlandsprodukt auch wegen witterungsbedingter Behinderungen am Jahresende schrumpft. „Wenn Schnee und Eis uns noch länger in Schach halten, wird das vierte Quartal schlechter als ohnehin schon ausfallen", so DIHK-Konjunkturexperte Dirk Schlotböller. „Es müsste schon noch sehr günstig laufen in den kommenden Wochen, wenn es noch eine schwarze Null geben soll." Bereits im dritten Quartal war die deutsche Wirtschaft nur noch um 0,2 Prozent gewachsen.

Neben der Baubranche litten vor allem das Transportgewerbe - von Fluggesellschaften bis zur Binnenschifffahrt - und der Einzelhandel unter einem strengen Winter. „Wenn die Kunden schlechter in die Städte kommen, merken das die Händler schon", sagte Schlotböller.

Die Großbank UniCredit geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung zwischen Oktober und Dezember um 0,2 Prozent zum Vorquartal schrumpfen wird. „Der Wintereinbruch drückt vielleicht ein bisschen", sagte ihr Deutschland-Chefvolkswirt Andreas Rees. „Entscheidender ist jedoch, dass vom Außenhandel kein positiver Impuls mehr kommen wird und die Unternehmen erneut weniger investieren."

Nach Angaben der Bauindustrie haben bereits im November sieben Prozent der Unternehmen über Behinderungen geklagt, während es im Vorjahresmonat nur ein Prozent war. Diese Zahl dürfte sich mit den sehr winterlichen Verhältnissen im Dezember deutlich erhöht haben. „Einen dramatischen Einruch sehen wir derzeit aber nicht", sagte HDB-Experte Stiepelmann. Diesen gebe erst dann, wenn die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt fielen und den Tiefbau lahmlegten.

Diese Auffassung teilt der Baukonzern Hochtief. Kritisch werde es erst, wenn die Temperaturen länger unter zehn Grad fielen, erklärte eine Sprecherin. Denn Beton werde vorgewärmt auf die Baustellen geliefert. Bei deutlich unter zehn Grad Minus sei dies nicht mehr möglich.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

11.12.2012, 17:59 Uhr

Zur besseren Vorbereitung auf dieses Phänomen "Winter", das manchmal alljährlich auftritt, hier Link mit einer brisanten Sonder-Reportage zu diesem "heißen" Top-Thema:
http://www.rottmeyer.de/wintereinbruch-mitten-im-winter-2/

Natürlich konnte man von der deutschen Wirtschaft angesichts der jahrelangen Klimaberichterstattung nun wirklich nicht erwarten, ausgerechnet im Winter auf Kälte und Schnee vorbereitet zu sein. Möglicherweise kann sie sich wegen Schadensersatz an den Spiegel respektive Herrn Latif wenden (der Artikel erschien im Jahr 2000):
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/winter-ade-nie-wieder-schnee-a-71456.html

Auszug: "Nie wieder Schnee?
In Deutschland gehören klirrend kalte Winter der Vergangenheit an: "Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben", sagt der Wissenschaftler Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie."

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