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27.08.2013

10:20 Uhr

Sinkender Börsenstrom-Preis

Atomkraftwerke von Eon kaum noch rentabel

Immer weniger Energie wird aus konventionellen Kraftwerken benötigt. Grund dafür ist die steigende Produktion von Ökostrom. Der Energieversorger Eon sorgt sich zunehmend um die Wirtschaftlichkeit seiner Atomkraftwerke.

Eon betreibt noch die Meiler Grafenrheinfeld, Isar 2, Grohnde und Brokdorf, die wie die anderen verbliebenen fünf AKW schrittweise bis 2022 vom Netz gehen sollen. dpa

Eon betreibt noch die Meiler Grafenrheinfeld, Isar 2, Grohnde und Brokdorf, die wie die anderen verbliebenen fünf AKW schrittweise bis 2022 vom Netz gehen sollen.

BerlinDie Atomkraftwerke des deutschen Energieriesen Eon arbeiten kaum noch rentabel. Der Betrieb sei nur wirtschaftlich, wenn der Börsenpreis von Strom nicht weiter sinke, sagte Eon-Vorstand Mike Winkel der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Schon heute decke der Preis kaum mehr als die laufenden Kosten der vier Eon-Akw. "Wir prüfen laufend, ob sich der Betrieb unserer Kraftwerke, auch der Kernkraftwerke, noch lohnt", sagte Winkel. „Fakt ist, dass Kernkraftwerke durch die Kernbrennstoffsteuer momentan ganz überwiegend Geld für die Staatskasse verdienen“, sagte Eon-Vorstand Mike Winkel der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Experten gehen allerdings davon aus, dass der Strompreis an der Börse weiter sinken könnte. Grund ist vor allem die stetig steigende Produktion von Ökostrom: Dieser hat im Stromnetz Vorrang und seine Produzenten erhalten eine feste Vergütung für ihre Energie. Das wirkt für die Börse, als ob dieser Strom kostenlos vergeben würde, zudem wird immer weniger Energie aus konventionellen Kraftwerken benötigt. In der Folge sinkt der Börsen-Strompreis für konventionellen Strom.

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Hintergrund ist, dass durch den Ökostrom-Anteil von bereits 25 Prozent die Großhandelspreise von über 50 auf 35 bis 37 Euro die Megawattstunde gefallen sind. Auch frühere Stilllegungen gelten nicht mehr als ausgeschlossen. Ein Eon-Sprecher betonte aber auf Anfrage: „Stilllegungen von Kernkraftwerken stehen derzeit nicht zur Debatte.“

Eon betreibt noch die Meiler Grafenrheinfeld, Isar 2, Grohnde und Brokdorf, die wie die anderen verbliebenen fünf AKW schrittweise bis 2022 vom Netz gehen sollen. Da die Anlagen bisher als systemrelevant gelten, könnte ein früheres Aus von der Bundesnetzagentur untersagt werden - dann müssten über den Strompreis aber Sondervergütungen für den Weiterbetrieb der entsprechenden Atommeiler gezahlt werden.

Kommentare (8)

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27.08.2013, 10:28 Uhr

Na dann Frau Merkel einfach das EEG erweitern für notleidende, systemrelevante und alternativlose Energieunternehmen. Eine zusätzliche Abgabe, ähnlich dem damaligen Kohlepfennig, wäre doch eine Idee.

Profi

27.08.2013, 10:58 Uhr

Es sollte Markt herrschen und kein Sozialismus,keine Förderung von chinesischen Solaranlagen inkl.Insolvenzverschleppung des Grünen Frank Asbeck.

Ich will meinen Atomstrom um 5 cent/KwH, nicht diesen blödsinnigen Mischmasch um 26 cent,wer will kann sich das teure Zeug sonst wo hin schieben

TKlein

27.08.2013, 11:28 Uhr

Was hat sich Eon eigentlich gedacht ? Nichts ! 10 Jahre warten und die neuen Energien verschlafen, weil daran nichts zu verdienen ist und die alten Atomkraftwerke, welche längst amortisiert sind verrotten lassen. Leider verschläft auch Herr Altmaier seine Aufgaben, nämlich den Atomkonzernen Druck zu machen bzw. für das Nichtstun zu bestrafen !

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