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04.09.2013

11:18 Uhr

Solarboom

„Griechenland ist ein Land mit enormen Potenzialen“

VonDana Heide

ExklusivSolarboom in Deutschland? Darüber können Griechen nur lachen. Fast alle Solaranlagen dort wurden innerhalb der letzten drei Jahre gebaut. Jetzt steuert die Regierung gegen und will so Investitionen attraktiver machen.

So emsig beim Ausbau der erneuerbaren Energien wie Griechenland war noch nicht einmal in Deutschland. Reuters

So emsig beim Ausbau der erneuerbaren Energien wie Griechenland war noch nicht einmal in Deutschland.

DüsseldorfIn Griechenland errichtete 97 Prozent seiner Solaranlagen in den letzten drei Jahren – so emsig war man mit dem Ausbau noch nicht einmal in Deutschland. Hierzulande wurden in den vergangenen drei Jahren rund zwei Drittel der installierten Kapazität aufgebaut.

Doch mit dem rasanten Wachstum der Solarkraft soll in Griechenland jetzt Schluss sein. Ende September, spätestens aber Anfang Oktober, soll ein neues Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien in dem Mittelmeer-Staat vorgestellt werden. „Die Details des neuen Gesetzes zur Förderung der erneuerbaren Energien stehen noch nicht fest“, sagt Costas G. Theofylaktos, Präsident der griechischen staatlichen Energieagentur Center for Renewable Energy Sources (CRES) im Gespräch mit Handelsblatt Online.

„Aber klar ist: Die griechische Regierung wird die Fördersätze für Solaranlagen ab Ende September bzw. Anfang Oktober reduzieren.“ Das Geld werde so frei für die anderen erneuerbaren Energien: Biomasse, Wasserkraft, Wind. „Vor allem im Bereich Biomasse wird großes Wachstum erwartet", erklärt Theofylaktos. „Die derzeit installierte Erzeugungskapazität von 45 Megawatt soll sich bis Ende 2014 verdoppeln. Das einzige Problem, das diese Projekte noch haben, ist die Finanzierung.“

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Der ohnehin angeschlagene griechische Staat war von dem Solarboom im Land regelrecht überrannt worden. Der Topf, aus dem die hohen Vergütungssätze bezahlt wurden, war schnell leer. Energieerzeuger mussten zeitweise bis zu sechs Monate auf das Geld warten.

CRES-Präsident Theofylaktos verspricht nun Besserung: „Das Energieministerium hat das Problem der verzögerten Zahlungen erkannt und wird es mit dem neuen Gesetz lösen. Es wird keine sechs Monate Verzögerung mehr geben, sondern die Vergütungen werden pünktlich gezahlt, also innerhalb eines Monats.“ Das CRES berät das griechische Energieministerium und nimmt in Griechenland ähnliche Aufgaben wie die Deutsche Energie-Agentur Dena wahr.

Die griechische Regierung erhofft sich durch die Förderung der erneuerbaren Energien nicht nur den nachhaltigen Aufbau von Arbeitsplätzen. Die ausländischen Investoren sollen auch Know-how ins Land bringen und so der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen. „Griechenland ist ein Land mit enormen Potenzialen bei den erneuerbaren Energien“, wirbt Theofylaktos.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

04.09.2013, 11:37 Uhr


Es geht wohl um die Finanzierung durch EU, damit am Abend griechische Raubritter die Zellen klauen und nach Bulgarien verhökern ? Nein Danke.

vandale

04.09.2013, 11:39 Uhr

Die Sonneneinstrahlung ist auf diesem Planeten unzureichend um diese für eine bedarfsgesteuerte Stromversorgung nutzen zu können. Der Strom fällt entsprechend den Launen des Wetters an und ist in einem Netz wertlos. Deshalb basieren alle Solaranlagen auf dieser Welt auf Subventionen, Sponsoring, oder Liebhaberei.

Der Solarboom in Griechenland beruht indirekt auf den Geldspritzen der EU und wird solange andauern wie die zugrundeliegenden Geldspritzen.

Sofern man in Deutschland und anderen Ländern die Subventionsregeln entsprechend anpasst kann man natürlich in Griechenland ökoreligiös korrekten Solarstrom erzeugen und sich diesen in Deutschland vergüten lassen.

Es ist faszinierend was sich der Deutsche Steuerzahler gefallen lässt.

Vandale

Account gelöscht!

04.09.2013, 11:46 Uhr

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Erneuerbare Energien Arbeitsplätze schaffen. Ein Arbeitsplatz wird geschaffen, wenn jemand ein Produkt oder eine Dienstleistung zu einem Preis verkaufen kann, der höher als die entsprechenden Kosten ist. Erneuerbare Energien erhöhen aber die Kosten (siehe die ausufernden Subventionen), senken damit die Wettbewerbsfähigkeit und vernichten somit Arbeitsplätze in einem Land.

Die Arbeitsplätze bei den deutschen Energieriesen wandern ab zu den Produzenten der Erneuerbaren Energien. Das ist ungefähr ein Nullsummenspiel. Aber die Subventionen für die Erneuerbaren Energien muss man irgendwo einsparen, z.B. weniger Konsumprodukte kaufen. Das verkleinert das Wirtschaftswachstum und vernichtet Arbeitsplätze.

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