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12.12.2013

13:02 Uhr

Solarbranche

Chinesen übernehmen Conergy-Fabrik

Die Produktion in Frankfurt an der Oder ist vorerst gesichert, die chinesische Firma Astronergy übernimmt die dortige Conergy-Fabrik. Doch was aus den sonstigen Standorten des Modulherstellers wird, ist noch unklar.

Für viele Beschäftigte im Conergy-Werk in Frankfurt dürften die Jobs gesichert sein – was mit den anderen Standorten geschieht, ist hingegen noch unsicher. dpa

Für viele Beschäftigte im Conergy-Werk in Frankfurt dürften die Jobs gesichert sein – was mit den anderen Standorten geschieht, ist hingegen noch unsicher.

Frankfurt/ HamburgDer Ausverkauf des insolventen Solarkonzerns Conergy geht weiter: Die für 250 Millionen Euro und mit staatlicher Hilfe gebaute Solar-Fabrik in Frankfurt an der Oder geht an Astronergy, eine Tochter des chinesischen Industriekonzerns Chint, wie Conergy am Donnerstag mitteilte. 70 Stellen würden im Zuge der Übernahme gestrichen, 210 Arbeitsplätze blieben erhalten. „Der Einstieg in die Modulproduktion in Deutschland ist für Astronergy ein strategisch wichtiger Schritt“, sagte Manager Chuan Lu. Qualität und Sicherheit spielten eine immer größere Rolle. Dies könne Astronergy nun mit Modulen „Made in Germany“ bieten.

Für 250 Millionen Euro hatte Conergy 2007 in Frankfurt an der Oder die Solarmodulfabrik gebaut. Medienberichten zufolge flossen staatliche Subventionen in Höhe von 40 Millionen Euro. Es blieb offen, wie viel Astronergy nun für das Werk zahlt.

Der Niedergang der deutschen Solarindustrie

13. Dezember 2011

Das Berliner Solarunternehmen Solon ist pleite. Die Aktiengesellschaft verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 200 Millionen Euro. Das indisch-arabische Unternehmen Microsol übernimmt Solon im März aus der Insolvenz. 433 von 471 Arbeitsplätzen in Berlin bleiben zunächst erhalten, der Standort Greifswald wird geschlossen. Für 2013 sieht das Unternehmen wieder Chancen auf einen Gewinn.

21. Dezember 2011

Der Erlanger Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium beantragt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das im Februar 2012 eröffnet wird. Die Aktiengesellschaft mit 60 Mitarbeitern ist auf Solarthermie-Technik spezialisiert.

3. April 2012

Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen beantragt Insolvenz. Das Unternehmen mit einst 1300 Jobs am Stammsitz galt lange als Sonnenstrahl in Sachsen-Anhalt. Ende August wird das Unternehmen vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet, der größte Teil der Jobs bleibt erhalten.

17. April 2012

Das US-Unternehmen First Solar kündigt an, sein Werk in Frankfurt (Oder) schließen zu wollen. Ende Dezember ist für die Beschäftigten der letzte reguläre Arbeitstag. Bis spätestens Ende Mai 2013 verlieren damit alle 1200 Beschäftigten des Solarmodulherstellers ihren Job. Die Suche nach Investoren läuft aber weiter.

25. Juni 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

10. Juli 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

21. August 2012

Die Solarfirma Sovello in Sachsen-Anhalt stellt nach erfolgloser Investorensuche die Produktion ein. Den noch rund 1000 Mitarbeitern wird endgültig gekündigt. Sovello war eine Abspaltung des Ex-Weltmarktführers Q-Cells und hatte im Mai Insolvenz beantragt. Mitte Februar will der Insolvenzverwalter die Maschinen und das sonstige Inventar der Firma versteigern.

6. September 2012

Die EU-Kommission leitet ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche ein. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Eine Entscheidung über mögliche Strafzölle steht noch aus.

18. Oktober 2012

Der Solartechnikhersteller SMA Solar will sich von 450 seiner weltweit gut 5500 Mitarbeiter sowie von 600 Zeitarbeitern trennen. Denn für 2013 wird mit einem kräftigen Rückgang des Umsatzes gerechnet. Der nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei sogenannten Wechselrichtern, einer zentralen Komponente von Solarstromanlagen, hatte sich in der ersten Hälfte 2012 anders als viele Unternehmen der Branche noch relativ gut geschlagen.

23. Januar 2013

Der Technologieriese Bosch gibt bekannt, dass seine ab dem Jahr 2008 teuer aufgebaute Sonnenenergiesparte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust eingefahren hat. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin unter Druck stehenden Konzerns sei entsprechend auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen (2011: 2,7 Mrd Euro). Das Traditionsunternehmen kündigt eisernes Sparen an. Zentraler Standort der Solartochter ist Thüringen. Bosch Solar Energy hatte nach aktuellsten Angaben des Konzerns mit Stand vom Dezember 2012 weltweit rund 3200 Mitarbeiter.

24. Januar 2013

Die Krise der Solarbranche bringt auch Solarworld immer stärker in Bedrängnis. Das einstige Vorzeigeunternehmen teilt mit, dass mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt gesprochen werden solle. Es kommt auch zu weiteren Stellenstreichungen.

5.Juli 2013

Nachdem das Hamburger Solarunternehmen Conergy seit Jahren Verluste schrieb, meldete es am 5. Juli schließlich Insolvenz an. Bis zuletzt hatte das Unternehmen auf einen rettenden Investor aus Asien gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Geld zuschießen sollte.

Nach der Pleite im Sommer 2013 wurde Conergy zerschlagen. Von den 1.100 Arbeitsplätzen vor der Insolvenz, bleiben nun noch rund 700 übrig. Die wesentlichen Vertriebsaktivitäten von Conergy mit rund 350 Mitarbeitern hatte der US-Finanzinvestor Kawa Capital übernommen. Als letzter Unternehmensteil soll nun noch vor Weihnachten die Gestellfertigung unter dem Namen Mounting Systems in Rangsdorf bei Berlin mit 150 Mitarbeitern verkauft werden. Die Gespräche seien weit fortgeschritten, sagte eine Conergy-Sprecherin.

Nach dem durch die chinesische Konkurrenz befeuerten Preisverfall mussten auch andere Firmen der mit Milliarden Euro subventionierten deutschen Branche den Gang zum Amtsgericht antreten – darunter Solon, Q-Cells, Centrotherm und Solarhybrid.

Von

dpa

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