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07.12.2015

10:08 Uhr

Solarkonzern Abengoa

Spaniens Sonnenkönig steht vor dem Aus

Mitten in der Finanzkrise war der Solarkonzern Abengoa der große Hoffnungsträger Spaniens. Doch bei der Expansion haben sich die Anadalusier kräftig übernommen. Nun droht die größte Firmenpleite des Landes aller Zeiten.

Für den Solarkonzern Abengoa sieht es düster aus. Reuters

Solarpark bei Sevilla

Für den Solarkonzern Abengoa sieht es düster aus.

Die Finanzwelt erholte sich gerade von der tiefsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg und Spanien hatte es besonders schwer erwischt. Das Land schlüpfte unter den europäischen Rettungsschirm, aber es gab mit der reichlich scheinenden Sonne einen Hoffnungsschimmer. Der hatte einen Namen: Abengoa.

Im September 2009 kam sogar der damalige spanische König Juan Carlos nach Sevilla, um den neuen Firmensitz, gebaut vom Stararchitekten Richard Rogers, feierlich zu eröffnen. Aggressive Wachstumspläne hatten Anleger überzeugt und Abengoa konnte innerhalb von wenigen Monaten eigene Firmenanleihen im Wert von mehr als einer Milliarde Euro platzieren. Wenig später sicherte sich Abengoa Kreditgarantien in den USA im Umfang von 1,5 Milliarden Dollar für den Bau einer Solarstromanlage im sonnigen Bundesstaat Arizona.

Die größten Solarkonzerne der Welt

Platz 10: LDK Solar

Der chinesische Solarproduzent LDK Solar ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter von sogenannten Wafern, die zum Bau von Solarmodulen gebraucht werden. Die Firma, die 2015 ein Insolvenzverfahren beendete, erwirtschafte im Jahr 2014 einen Umsatz in Höhe von 680 Millionen Dollar.

Quelle: Statista, Unternehmen

Platz 9: Solarworld

Noch vor zwei Jahren stand Solarworld vor dem Zusammenbruch. Nun scheint sich das deutsche Unternehmen wieder berappelt zu haben. Der Umsatz 2014 betrug 697 Millionen Dollar.

Platz 8: SMA

Ende Januar 2015 verkündete SMA Solar aus Kassel die umfangreichste Personal-„Anpassung“ in der Geschichte des Unternehmens. Hunderte Stellen wurden gestrichen. 2014 machte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 978 Millionen Dollar.

Platz 7: Yingli

Insgesamt ist der Absatz von Yingli Solar, auch Yingli Green Energy Holding Company, im Jahr 2014 gestiegen, doch der Umsatz war leicht rückläufig. Der chinesische Konzern erzielte einen Umsatz in Höhe von 2,08 Milliarden Dollar.

Platz 6: Trina Solar

Der chinesische Hersteller von Wafer- und Solarzellen hat den Umsatz 2014 gesteigert auf 2,28 Milliarden Dollar.

Platz 5: Sunedison

Dem Unternehmen geht es nicht besonders gut: 2015 kündigte Sunedison an, in Zukunft mehr als 1000 Stellen abzubauen. 2014 erwirtschaftete das US-Photovoltaik-Unternehmen 2,84 Milliarden Dollar Umsatz.

Platz 4: Sharp Solar

Das Geschäftsjahr von Sharp Solar endet immer zum 31. März. 2013/2014 erlöste der japanische Konzern 2,52 Milliarden Dollar.

Platz 3: Canadian Solar

2011 ist Canadian Solar in das Sport-Sponsoring der Fußball-Bundesliga eingestiegen und sponsert seitdem die Vereine Hannover 96 und 1. FC Nürnberg. Der Umsatz des Solarmodule-Herstellers lag 2014 bei 2,96 Milliarden Dollar.

Platz 2: Sunpower

Das Jahr 2014 war erfolgreich für Sunpower: Das US-Unternehmen hat erstmals in seiner Geschichte innerhalb eines Jahres mehr als 3 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 1: First Solar

Den größten Umsatz erzielte 2014 der auf Dünnschicht-Technologie spezialisierte US-Solarkonzern Firts Solar. Der Umsatz stieg leicht um 2,4 Prozent auf 3,39 Milliarden Dollar.

In den folgenden Jahren wurde aus dem andalusischen Traditionsunternehmen mit mehr als 70 Jahren Geschichte ein global aufgestelltes Ingenieurunternehmen. Es ging bei Abengoa schon länger nicht mehr alleine um Solartechnik, sondern auch um Stromnetze und industrielle Meerwasserentsalzungsanlagen.

Die Expansion in viele Teile der Welt ging weiter und wurde weiter finanziert, von Brasilien bis nach Indien. Dabei wurde allerdings aus den Augen verloren, dass jedes neue Projekt neue Schulden brachte. Das gesamte Gebilde war abhängig von Krediten – zu abhängig, wie sich herausstellen sollte. Sinkende Energiepreise und höhere Steuern bei zurückgefahrenen Subventionen leerten zunehmend die Kassen.

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Derzeit treffen sich zwar die wichtigsten Politiker der Welt zur Klimarettung in Paris, aber selbst das kann Abengoa und dessen klimafreundlicher Technologie kaum helfen. Das Unternehmen kämpft um das Überleben und wäre bei einem Scheitern die größte spanische Firmenpleite aller Zeiten.

Analyst George Kaknis von LNG Capital in London erklärt aus seiner Sicht, warum es überhaupt so weit kommen konnte: „Die Investoren sind lange dabei geblieben, denn sie waren überzeugt, dass Abengoa einfach zu groß zum Scheitern ist.“

Bereits seit einigen Monaten ist Abengoa vom Bankrott bedroht; richtig eng wurde es spätestens im November, als Pläne für eine Kapitalerhöhung bereits im Vorfeld scheiterten. Abengoa beantragte Gläubigerschutz – seitdem tickt die Uhr. Sollte eine Einigung mit den Gläubigern bis Ende März nicht zustande kommen, beginnt ein Prozess, auf den in Spanien in etwa 90 Prozent der Fälle die Unternehmensliquidierung folgt, wie es von der spanische Ratingagentur Axesor heißt.

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