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13.12.2013

11:13 Uhr

Solarkrise

Solarstrom AG geht in die Insolvenz

Mehr Solarkrise geht nicht: Die S.A.G. Solarstrom AG steht vor der Pleite. Das Insolvenzverfahren will das Unternehmen in Eigenverwaltung stemmen, denn trotz mangelnder Perspektive soll die Restrukturierung erfolgen.

Sonnenkollektoren eines Solarfeldes bei Biebelried. Nun steht auch S.A.G. Solarstrom vor der Insolvenz. dpa

Sonnenkollektoren eines Solarfeldes bei Biebelried. Nun steht auch S.A.G. Solarstrom vor der Insolvenz.

DüsseldorfSchon wieder hat die Solarkrise ein Unternehmen in die Knie gezwungen: Der Anlagenbauer S.A.G. Solarstrom mit knapp 200 Mitarbeitern meldete am Freitag Insolvenz an. Ausstehende Zahlungen von Kunden sowie Projektverzögerungen hätten eine Lücke in die Liquidität gerissen, die die Banken nicht stopfen wollten, teilte die Freiburger Firma mit. „Innerhalb von noch nicht einmal vier Wochen waren wir mit einer Situation konfrontiert, die für uns so in keiner Weise absehbar war“, sagte Firmchef Karl Kuhlmann.

Mittelzuflüsse aus dem Verkauf mehrerer Photovoltaik-Projekte in Deutschland und Italien seien für November und Dezember fest eingeplant gewesen. „Sie haben sich aus ganz unterschiedlichen Gründen verzögert.“ Insgesamt fehle eine Summe von über 20 Millionen Euro. Refinanzierungsgespräche mit Banken, Finanzdienstleistern und weiteren Gläubigern seien gescheitert. Die Gesellschaft sehe daher „keine Chance mehr, eine kurzfristige Sanierung außerhalb eines Insolvenzverfahrens zu realisieren.“ Daher werde am 16. Dezember 2013 auch keine Zinszahlung für die Anleihe 2010/2015 erfolgen. Das Insolvenzverfahren wolle das Management in Eigenverwaltung stemmen, um die 1998 gegründete Firma nach der Sanierung fortzuführen.

S.A.G. setzte im vergangenen Jahr 188 Millionen um und verdiente netto rund eine Million Euro. S.A.G. plant, baut und finanziert Dach- und Freiflächen-Solaranlagen. Probleme bereiteten dem Unternehmen zuletzt unter anderem die vor und nach Projektabschlüssen vorgeschriebenen Bürgschaften.

Wegen des branchenweiten Preisverfalls infolge massiver Überkapazitäten mussten bereits zahlreiche Firmen der mit Milliarden Euro subventionierten deutschen Solarbranche den Gang zum Amtsgericht antreten - darunter Conergy, Solon, Q-Cells, Centrotherm und Solarhybrid.

Von

rtr

Kommentare (24)

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HofmannM

13.12.2013, 10:51 Uhr

Jaja, die Abzocker der sog. Erneuerbaren Energiebranche verabschieden sich langsam und das ist mal gut für den Endverbraucher!
Und SOLARWORLD darf weiterhin Insolvenzverschleppung betreiben?!
Und PROKON darf weiterhin sein Schneeballsystem betreiben und viele Kleinanleger ihres ganzen Erspartes berauben?!

Account gelöscht!

13.12.2013, 11:44 Uhr

Oooh, schon wieder ein Ökounternehmen pleite? Apropos Kleinanleger: Zu Zeiten massiver Subventionierung war man in der Lage Gewinne zu schreiben, infolgedessen der Aktienkurs auf astronomische Höhen gepusht wurde (Solarworld). Die Herren Vorstände und Aufsichtsräte konnten sich die Taschen vollstopfen. Bezahlt vom Steuerzahler.

Account gelöscht!

13.12.2013, 12:06 Uhr

@ HofmannM
Grundsätzlich bin ich bei Ihnen und freue mich, daß in dieser Branche „die Grenzen des Wachstums“ erreicht sind und einer nach dem anderen die Flagge streichen muß. Es hat viel zu lange gedauert und wird uns auch weiterhin viel Geld kosten. Nur das begreifen die Ökos nicht, sie sind unerschütterlich im Glauben daran die Welt retten zu müssen.

„PROKON darf weiterhin sein Schneeballsystem betreiben und viele Kleinanleger ihres ganzen Erspartes berauben?!“

Ich habe kein Mitleid mit diesen Leuten wenn sie auf die Versprechen von Scharlatanen und Politikern hereinfallen. Jeder hat die Möglichkeit sich umfassend zu informieren, bevor er sich von anderen über den Tisch ziehen läßt. Wer Genußscheine kauft, hat selber schuld wenn er am Ende viel Luft auf seinem Sparbuch hat. Bezeichnend ist, daß diese Branche sich der deutschen Justiz bedient um Kritiker, die auf den Unfug von EE hinweisen, mundtot zu machen und auch willfährige Richter findet, die ihr dabei helfen.

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