Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.10.2014

13:25 Uhr

Solarmodulhersteller

Solarworld erholt sich leicht

Dank besser laufender Auslandsgeschäfte ist der angeschlagene Solarmodulhersteller Solarworld auf Erholungskurs. Nach dem Schuldenschnitt im Frühjahr meldet der Bonner Konzern nun wieder schwarze Zahlen.

Der angeschlagene Solarmodul-Hersteller Solarworld meldet wieder schwarze Zahlen. dpa

Der angeschlagene Solarmodul-Hersteller Solarworld meldet wieder schwarze Zahlen.

BonnDer angeschlagene Solarmodulhersteller Solarworld sieht sich vor allem dank eines besseren Auslandsgeschäfts auf Erholungskurs. Nach dem Schuldenschnitt vom Frühjahr und Beginn des Konzernumbaus meldeten die Bonner am Dienstag wieder schwarze Zahlen im laufenden Geschäft für die ersten neun Monate des Jahres.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag demnach bei 77 Millionen Euro – im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen einen operativen Verlust von 95 Millionen Euro verbucht. Angaben zum Nettoergebnis machte Solarworld bei der Vorlage vorläufiger Zahlen nicht.

Der Sanierungsplan von Solarworld

Schuldenschnitt

Kernpunkte sind ein Schuldenschnitt und eine erhebliche Abwertung der Aktien im Verhältnis 1:20. Der Anteil des Gründers Frank Asbeck schrumpft beispielsweise dadurch von 28 auf 1,4 Prozent.

Neue Aktien

Gleichzeitig werden 55 Prozent der Schulden in neue Aktien umgewandelt. Außerdem steigt Qatar Solar als neuer Großinvestor mit einem Anteilspaket ein. Asbeck erwirbt für 10 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen neue Anteile.

Neue Verhältnisse

Falls die Gremien zustimmen, sehen die Eigentümerverhältnisse dann so aus: 5 Prozent Alt-Aktionäre, davon 1,4 Prozent Asbeck Altbestand 19,5 Prozent Asbeck neu dazugekauft 29 Prozent Qatar 46,5 Prozent Neu-Aktionäre - ehemalige Gläubiger

Aufsichtsrat

An der Spitze des Aufsichtsrates soll künftig ein Vertreter der Gläubiger stehen.

In Deutschland kämpfen viele Betriebe aus der Solarbranche weiter mit der gesenkten staatlichen Förderung und der Billigkonkurrenz aus Asien. Solarworld konnte hier trotzdem „entgegen dem negativen Trend des deutschen Gesamtmarkts im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht zulegen“, hieß es.

Der inzwischen größte Einzelmarkt seien jedoch die USA, auf die im dritten Quartal über 42 Prozent des Gesamtabsatzes entfielen. Vor einem Jahr betrug der Anteil dort noch 22 Prozent. Seit Jahresbeginn habe auch der Absatz in Europa und Japan zugelegt.

Insgesamt steigerte Solarworld die Absatzmenge von Januar bis Ende September von 390 auf 602 Megawatt – und lag damit bereits Mitte September über dem Gesamtniveau von 2013. Beim Umsatz verzeichneten die Bonner ein Plus von 18 Prozent auf 409 Millionen Euro. Im August hatte Solarworld wegen des Rückgangs der Gesamtnachfrage in Deutschland noch sein Umsatzziel für das Jahr 2014 kassiert.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Aktie legte um über neun Prozent auf 13,47 Euro zu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×