Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.07.2013

19:56 Uhr

Solarstreit

China kontert mit Zöllen auf Polysilizium

Das Ergebnis des milliardenschweren Handelsstreits über Solarprodukte: China hat nun auf Importe von Polysilizium aus Südkorea und den USA vorläufig Zölle erhoben. Untersuchungen der Importe aus der EU laufen noch.

Solarstreit: Die USA verhängten zuerst Strafzölle auf Solarmodule aus China. Experten hatten deshalb schon seit einiger Zeit eine Retourkutsche aus China erwartet. dpa

Solarstreit: Die USA verhängten zuerst Strafzölle auf Solarmodule aus China. Experten hatten deshalb schon seit einiger Zeit eine Retourkutsche aus China erwartet.

PekingIm milliardenschweren Handelsstreit über Solarprodukte hat China vorläufige Zölle auf Importe von Polysilizium aus Südkorea und den USA erhoben. "Der Zusammenhang zwischen billigen Produkten aus den USA und Südkorea und Schaden für die chinesische Industrie kann nicht geleugnet werden", begründete das chinesische Handelsministerium am Donnerstag den Schritt. Importe aus der Europäischen Union, mit der China gerade über die Beilegung des Streits um Dumping bei Solarmodulen verhandelt, seien davon zunächst nicht betroffen, hieß es. Die Untersuchungen hierüber dauerten noch an.

Von dieser Ausnahme profitierten die Aktien von Wacker Chemie, dem mit Abstand größten Polysilizium-Produzenten in Europa. Die Titel waren mit einem Plus von fast fünf Prozent zeitweise größter Gewinner im MDax und schlossen 3,8 Prozent im Plus. Polysilizium ist einer der wichtigsten Rohstoffe bei der Produktion von Solarmodulen. Die EU hatte Anfang Juni Strafzölle auf Solarmodule aus China verhängt, weil die Hersteller den europäischen Markt mit Modulen zu Preisen unter den Herstellungskosten überschwemmt hätten.

China konterte mit der Androhung von Strafzöllen auf europäische Produkte wie Wein oder Stahl. Schon im vergangenen Jahr hatte China eine Untersuchung von Polysilizium-Importen eingeleitet. Anfang Juli verständigten sich jedoch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und sein Kollege Gao Hucheng darüber, dass China zunächst keine Strafzölle auf den Rohstoff aus Europa erhebt. In einer ersten Reaktion zeigte sich die US-Regierung enttäuscht.

Man werde nun genau prüfen, ob die chinesischen Auflagen mit den WTO-Regeln zum Welthandel vereinbar seien, sagte eine Sprecherin des US-Handelsvertreters. Auch die USA haben Strafzölle auf Solarmodule aus China verhängt. Experten hatten deshalb schon seit einiger Zeit eine Retourkutsche aus China erwartet. Nun müssen US-Hersteller von Polysilizium bei ihren Exporten nach China bis zu 57 Prozent des Preises für Zölle aufschlagen, koreanische Produzenten bis zu 48,7 Prozent. Die Zölle träten am 24. Juli in Kraft. Betroffen davon sind vor allem die US-Tochtergesellschaften der norwegischen Renewable Energy Corp. Allerdings stößt das Vorgehen Chinas im eigenen Land nicht nur auf Gegenliebe: Solarmodul-Hersteller wie Yingli Green hatten vor steigenden Kosten für ihre Produktion gewarnt. Denn mehr als 80 Prozent des von ihnen verbrauchten Polysiliziums kommt aus den USA, Südkorea oder Europa.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×