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28.11.2013

18:45 Uhr

Solarunternehmen

Chinesen wollen Conergy-Modulwerk kaufen

Das insolvente Solarunternehmen Conergy scheint nach einer monatelangen Hängepartie gerettet. Die Arbeitsplätze in Frankfurt (Oder) sind dennoch unsicher – die chinesischen Investoren planen eine Umstrukturierung.

Solarmodule bei der Arbeit: Conergy hatte im Juli dieses Jahres Insolvenz angemeldet. dpa

Solarmodule bei der Arbeit: Conergy hatte im Juli dieses Jahres Insolvenz angemeldet.

Hamburg/ Frankfurt (Oder)In Frankfurt (Oder) sollen in Zukunft unter chinesischer Regie Solarmodule gefertigt werden. Der Produktionsbetrieb des insolventen Solarunternehmens Conergy werde an den Modulhersteller Astronergy verkauft, teilten Geschäftsführung und Insolvenzverwalter am Donnerstag bei einer Betriebsversammlung in Frankfurt mit.

Astronergy ist ein Tochterunternehmen der chinesischen Chint-Gruppe. Rund 200 Arbeitsplätze sollen durch die Übernahme langfristig gesichert werden, 80 Jobs werden dagegen abgebaut.

Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen, die Verträge sollen spätestens bis Weihnachten unterschrieben sein. „Wir sind auf der Zielgeraden, eine Einigung steht kurz bevor“, sagte Geschäftsführer Sven Starke. Trotz der Einschnitte sei der Verkauf an Astronergy eine zukunftsfähige Lösung: „Im Gegenzug sind der Erhalt des Standorts und die Sicherung von rund zwei Dritteln der Stellen in greifbarer Nähe.“

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Die Frankfurter Modulfabrik solle Bestandteil einer global agierenden Gruppe werden und von den weltweiten Vertriebskanälen profitieren, sagte der Vizepräsident von Astronergy, Chuan Lu: „Wir sind von der hohen Qualität der Produktion und Fachkenntnis am Standort absolut überzeugt.“

Auch für den zweiten Produktionsstandort von Conergy, das Gestellwerk Mounting Systems im brandenburgischen Rangsdorf, sei eine Lösung in Sicht, hieß es weiter. Hier sollen 150 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Von den 200 Mitarbeitern dort sind schon jetzt 52 freigestellt; sie werden durch eine Transfergesellschaft aufgefangen.

Die Jobs von 30 Kollegen einer Tochtergesellschaft in Sacramento (US-Bundesstaat Kalifornien) bleiben ebenfalls erhalten. Den Namen des Investors für Rangsdorf veröffentlichte Conergy noch nicht, aber auch hier sollen bis Weihnachten die Verträge unterschrieben werden.

Conergy hatte im Juli dieses Jahres Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen wurde teilweise vom US-Finanzinvestor Kawa übernommen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Rudi

01.12.2013, 12:15 Uhr

.... sollte das alles nicht schon längst alles über die Bühne sein ? Jetzt erst Weihnachten ? Wollen wohl schon wieder Subventionen, noch einen Monat Geld vom Staat ?

Damit sich die Herren in der Verwaltung weiter die Taschen vollstopfen können ? Warum gehen nicht die Anleihenbesitzer und geschröpften Aktionäre nicht mal zum Staatsanwalt ? Es ist deren Geld was verbrannt wurde und wird.

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