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27.03.2013

10:12 Uhr

Solarunternehmen

SMA schließt Verlust für 2013 nicht aus

VonDana Heide

Nun hat die Krise in der Solarbranche auch die Vorzeigfirma SMA aus Kassel erreicht. Umsatz und Gewinn sind gesunken, 2013 soll schwierig werden, sogar rote Zahlen befürchtet der Vorstand. Der Konzern steuert gegen.

Fabrikationshalle von SMA in Hessen: Der Konzernchef will die Kosten „signifikant“ reduzieren. dpa

Fabrikationshalle von SMA in Hessen: Der Konzernchef will die Kosten „signifikant“ reduzieren.

DüsseldorfDie Branchenkrise nagt langsam auch am Wechselrichterhersteller SMA Solar. 2012 erlitt das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel einen Umsatz- und Gewinneinbruch. Der Konzernüberschuss sank um mehr als die Hälfte auf rund 75 Millionen Euro, die Umsatzerlöse reduzierten sich auf 1,5 Milliarden Euro und damit rund 200 Millionen Euro weniger als im Vorjahr, wie SMA am Mittwoch mitteilte. Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) brach um mehr als die Hälfte auf 102,0 (Vorjahr: 240,3) Millionen Euro ein. Die Aktie brach nach der Bekanntgabe der Zahlen um zeitweise bis zu zwölf Prozent ein.

Auch 2013 werde „mit Sicherheit kein einfaches Jahr“, teilte SMA mit. Bereits im Oktober hatte der Vorstand davor gewarnt, dass man mit einem deutlichen Umsatzrückgang rechne und auch einen Verlust nicht ausschließe. Grund dafür seien die in Europa sinkenden Fördersätze und der nach Meinung von SMA voraussichtlich zunehmende Preisdruck.

Der Niedergang der deutschen Solarindustrie

13. Dezember 2011

Das Berliner Solarunternehmen Solon ist pleite. Die Aktiengesellschaft verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 200 Millionen Euro. Das indisch-arabische Unternehmen Microsol übernimmt Solon im März aus der Insolvenz. 433 von 471 Arbeitsplätzen in Berlin bleiben zunächst erhalten, der Standort Greifswald wird geschlossen. Für 2013 sieht das Unternehmen wieder Chancen auf einen Gewinn.

21. Dezember 2011

Der Erlanger Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium beantragt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das im Februar 2012 eröffnet wird. Die Aktiengesellschaft mit 60 Mitarbeitern ist auf Solarthermie-Technik spezialisiert.

3. April 2012

Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen beantragt Insolvenz. Das Unternehmen mit einst 1300 Jobs am Stammsitz galt lange als Sonnenstrahl in Sachsen-Anhalt. Ende August wird das Unternehmen vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet, der größte Teil der Jobs bleibt erhalten.

17. April 2012

Das US-Unternehmen First Solar kündigt an, sein Werk in Frankfurt (Oder) schließen zu wollen. Ende Dezember ist für die Beschäftigten der letzte reguläre Arbeitstag. Bis spätestens Ende Mai 2013 verlieren damit alle 1200 Beschäftigten des Solarmodulherstellers ihren Job. Die Suche nach Investoren läuft aber weiter.

25. Juni 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

10. Juli 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

21. August 2012

Die Solarfirma Sovello in Sachsen-Anhalt stellt nach erfolgloser Investorensuche die Produktion ein. Den noch rund 1000 Mitarbeitern wird endgültig gekündigt. Sovello war eine Abspaltung des Ex-Weltmarktführers Q-Cells und hatte im Mai Insolvenz beantragt. Mitte Februar will der Insolvenzverwalter die Maschinen und das sonstige Inventar der Firma versteigern.

6. September 2012

Die EU-Kommission leitet ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche ein. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Eine Entscheidung über mögliche Strafzölle steht noch aus.

18. Oktober 2012

Der Solartechnikhersteller SMA Solar will sich von 450 seiner weltweit gut 5500 Mitarbeiter sowie von 600 Zeitarbeitern trennen. Denn für 2013 wird mit einem kräftigen Rückgang des Umsatzes gerechnet. Der nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei sogenannten Wechselrichtern, einer zentralen Komponente von Solarstromanlagen, hatte sich in der ersten Hälfte 2012 anders als viele Unternehmen der Branche noch relativ gut geschlagen.

23. Januar 2013

Der Technologieriese Bosch gibt bekannt, dass seine ab dem Jahr 2008 teuer aufgebaute Sonnenenergiesparte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust eingefahren hat. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin unter Druck stehenden Konzerns sei entsprechend auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen (2011: 2,7 Mrd Euro). Das Traditionsunternehmen kündigt eisernes Sparen an. Zentraler Standort der Solartochter ist Thüringen. Bosch Solar Energy hatte nach aktuellsten Angaben des Konzerns mit Stand vom Dezember 2012 weltweit rund 3200 Mitarbeiter.

24. Januar 2013

Die Krise der Solarbranche bringt auch Solarworld immer stärker in Bedrängnis. Das einstige Vorzeigeunternehmen teilt mit, dass mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt gesprochen werden solle. Es kommt auch zu weiteren Stellenstreichungen.

5.Juli 2013

Nachdem das Hamburger Solarunternehmen Conergy seit Jahren Verluste schrieb, meldete es am 5. Juli schließlich Insolvenz an. Bis zuletzt hatte das Unternehmen auf einen rettenden Investor aus Asien gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Geld zuschießen sollte.

Um die Folgen für das Unternehmen abzufedern, will SMA seine Herstellungskosten drücken und dazu auch rund 500 Mitarbeiter im In- und Ausland entlassen. SMA beschäftigt rund 5700 Menschen.

Wie andere Unternehmen der Branche orientiert sich SMA Solar auch vom langfristig schwächer werdenden Markt Europa weg. Bereits im vergangenen Jahr war Europa nur noch auf dem dritten Platz der wichtigsten Absatzregionen, das meiste Geld mit Solaranlagen wurde laut Global Wind Energy Council in China und den USA gemacht.

Kommentare (1)

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Zocki

27.03.2013, 11:47 Uhr

Damit hat sich die Anlageumentscheidung auf e.on für dieses Jahr schon rentiert.

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