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07.08.2013

15:38 Uhr

Solarworld

Aktionäre nehmen Konzernchef in die Mange

Die Aktionäre von Solarworld sind verärgert. Sie zweifeln am Konzernchef Asbeck und werfen ihm Bereicherung vor. Trotzdem wollen die Anteilseigner den Sparplänen für Solarworld wohl zustimmen.

Solarworld-Rettung

Aktionäre entscheiden über Zukunft des Konzerns

Solarworld-Rettung: Aktionäre entscheiden über Zukunft des Konzerns

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BonnDie Aktionäre des angeschlagenen Solarkonzerns Solarworld haben den einst als „Sonnenkönig“ gefeierten Konzernchef Frank Asbeck scharf kritisiert. „Das Management hat bis heute nicht erkannt, dass es Fehler gemacht hat“, schimpfte Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) auf der außerordentlichen Hauptversammlung am Mittwoch in Bonn. Bei dem Treffen sollten die Anteilseigner herben Einschnitten zustimmen, um das Überleben des einstigen Branchenprimus zu sichern.

Eine wirkliche Wahl hatten sie nicht: „Wenn wir nicht zustimmen, dann ist heute um Mitternacht Schluss und Solarworld ist dann Geschichte,“ gestand Ralf-Jochen Ehresmann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) und dem Dachverband kritischer Aktionäre ein. „Wir müssen diesen Braten, so unangenehm er aussieht, schlucken“, sagte auch Klose. Eine Zustimmung galt allerdings als sicher: Bei einer Präsenz von knapp 32 Prozent hatte Asbeck mit seinem 28-prozentigen Aktienpaket das Zepter in der Hand.

Der Sanierungsplan von Solarworld

Schuldenschnitt

Kernpunkte sind ein Schuldenschnitt und eine erhebliche Abwertung der Aktien im Verhältnis 1:20. Der Anteil des Gründers Frank Asbeck schrumpft beispielsweise dadurch von 28 auf 1,4 Prozent.

Neue Aktien

Gleichzeitig werden 55 Prozent der Schulden in neue Aktien umgewandelt. Außerdem steigt Qatar Solar als neuer Großinvestor mit einem Anteilspaket ein. Asbeck erwirbt für 10 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen neue Anteile.

Neue Verhältnisse

Falls die Gremien zustimmen, sehen die Eigentümerverhältnisse dann so aus: 5 Prozent Alt-Aktionäre, davon 1,4 Prozent Asbeck Altbestand 19,5 Prozent Asbeck neu dazugekauft 29 Prozent Qatar 46,5 Prozent Neu-Aktionäre - ehemalige Gläubiger

Aufsichtsrat

An der Spitze des Aufsichtsrates soll künftig ein Vertreter der Gläubiger stehen.

Sparten die Anteilseigner früher nicht mit Applaus und vertrauten Asbecks Aussage, Solarworld werde zu den wenigen Überlebenden der Branche gehören, so warfen sie ihm nun mangelnde Weitsicht vor. Asbeck hätte die Misere kommen sehen und gegensteuern müssen, kritisierte Klose. Die ungeliebten Wettbewerber in China hätten schließlich mit deutschen Maschinen ihre Kapazitäten aufgebaut.

Zweifel hegten die Anteilseigner vor allem an der Wettbewerbsfähigkeit und der Unternehmensstrategie. Ein Kleinaktionär murrte Richtung Asbeck: „Halten sie an etwas fest, das nicht mehr zu retten ist und leiden sie etwa unter Realitätsverlust.“ Klose von der DSW bemerkte: „Wir haben nur die paar Kröten und die Hoffnung.“ Solarworld stelle sein Gütesiegel in den Vordergrund. „Aber ist der Kunde denn bereit, dafür mehr zu zahlen?“ Firmenchef Asbeck gab sich betont zuversichtlich: „Wir glauben an die Sache und wir glauben, dass wir wettbewerbsfähig sind.“ Es sei ein technologischer Wettlauf und Solarworld stelle sich dem und investiere auch weiterhin in Forschung und Entwicklung. „Wir leisten uns mit 114 Mitarbeitern ein kleines Fraunhofer Institut,“ betonte er.

Kommentare (2)

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keineahnung

07.08.2013, 16:31 Uhr

so lange herr asbeck sich regelmässig schlösser kaufen kann, wird dem das alles egal sein.

rubikon

07.08.2013, 17:05 Uhr

Leider wollten die Aktionäre nicht sehen, dass Erneuerbare Energie (als Ersatz unserer über Jahrzehnte bestens funktionierenden Stromproduktion) ein gigantischer Schwindel von Anfang an gewesen ist. Außer in Deutschland denkt niemand in der Welt daran, diesen Unfug zu veranstalten.

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