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Solarworld, Q-Cells, Conergy

Sonnenland ist abgebrannt

VonKathrin Wesolowski

Es ist keine zehn Jahre her, da erfasste ein Solarboom Deutschland. Doch mit der Insolvenz von Solarworld liegt nun auch der letzte prominente Pionier am Boden. Was wurde aus den Sonnen-Stars wie Conergy, Q-Cells und Co?

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Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hatte in Deutschland einen Solarboom ausgelöst. Jede produzierte Kilowattstunde Sonnenstrom wurde anfänglich mit mehr als 50 Cent vom Staat vergoldet. Doch spätestens ab 2009 wurde es schwierig. Die üppigen Subventionen riefen asiatische Firmen auf den Plan. Chinesische Hersteller bauten Fabrik um Fabrik. Eine Pleitewelle erfasste die heimische Photovoltaikbranche. Ein Überblick. obs

Solarboom durch das EEG

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hatte in Deutschland einen Solarboom ausgelöst. Jede produzierte Kilowattstunde Sonnenstrom wurde anfänglich mit mehr als 50 Cent vom Staat vergoldet. Doch spätestens ab 2009 wurde es schwierig. Die üppigen Subventionen riefen asiatische Firmen auf den Plan. Chinesische Hersteller bauten Fabrik um Fabrik. Eine Pleitewelle erfasste die heimische Photovoltaikbranche. Ein Überblick.

Bild: obs

„Das ist der größte denkbare Massenmarkt der Zukunft, denn das einzige Produkt, das alle Menschen zu allen Zeiten immer brauchen, ist Energie“, schrieb Frank Asbeck 2009 in seinem Buch „Eine solare Welt“. Damit hatte er vielleicht Recht – doch sein Konzern Solarworld ging im Mai 2017 trotzdem pleite. Die Konkurrenz aus China warf spottbillige Solarmodule auf den Markt, Solarworld konnte damit nicht mithalten. Solarworld war mit einer jährlichen Fertigungskapazität von 1,5 Gigawatt gegenüber chinesischen Konkurrenten mit der vierfachen Produktionskapazität schlichtweg zu klein, um dauerhaft überleben zu können. Reuters

Solarworld

„Das ist der größte denkbare Massenmarkt der Zukunft, denn das einzige Produkt, das alle Menschen zu allen Zeiten immer brauchen, ist Energie“, schrieb Frank Asbeck 2009 in seinem Buch „Eine solare Welt“. Damit hatte er vielleicht Recht – doch sein Konzern Solarworld ging im Mai 2017 trotzdem pleite. Die Konkurrenz aus China warf spottbillige Solarmodule auf den Markt, Solarworld konnte damit nicht mithalten. Solarworld war mit einer jährlichen Fertigungskapazität von 1,5 Gigawatt gegenüber chinesischen Konkurrenten mit der vierfachen Produktionskapazität schlichtweg zu klein, um dauerhaft überleben zu können.

Bild: Reuters

Auch CSG Solar war einfach zu klein, um zu überleben. Im März 2006 wurde die 9000 Quadratmeter große Produktionsanlage in Thalheim eingeweiht. Nur zwei Jahre später musste das Unternehmen die Produktion einstellen, sich von 124 der 164 Beschäftigten trennen. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit setzte CSG Solar aber fort. ZB

CSG Solar

Auch CSG Solar war einfach zu klein, um zu überleben. Im März 2006 wurde die 9000 Quadratmeter große Produktionsanlage in Thalheim eingeweiht. Nur zwei Jahre später musste das Unternehmen die Produktion einstellen, sich von 124 der 164 Beschäftigten trennen. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit setzte CSG Solar aber fort.

Bild: ZB

Sachsen-Anhalt galt lange als Solar Valley in Deutschland. Doch seit mehreren Jahren müssen immer mehr Solarfirmen aufgeben. Einst lieferte die Branche dort über 3000 Arbeitsplätze – die meisten davon sind mittlerweile weggefallen. Um sich vor der Pleite zu retten, hatte sich Sontor aus Bitterfeld 2009 mit Sunfilm zusammengeschlossen – und konnte so überleben. dpa

Sontor

Sachsen-Anhalt galt lange als Solar Valley in Deutschland. Doch seit mehreren Jahren müssen immer mehr Solarfirmen aufgeben. Einst lieferte die Branche dort über 3000 Arbeitsplätze – die meisten davon sind mittlerweile weggefallen. Um sich vor der Pleite zu retten, hatte sich Sontor aus Bitterfeld 2009 mit Sunfilm zusammengeschlossen – und konnte so überleben.

Bild: dpa

Solon war einst einer der größten Solaranlagenhersteller Europas. 2011 ging das Unternehmen das erste Mal pleite, das indisch-arabische Unternehmen Microsol rettete Solon vor dem Aus und nannte es Solon International. Doch 2014 musste Solon zum zweiten Mal Insolvenz beantragen. dpa

Solon

Solon war einst einer der größten Solaranlagenhersteller Europas. 2011 ging das Unternehmen das erste Mal pleite, das indisch-arabische Unternehmen Microsol rettete Solon vor dem Aus und nannte es Solon International. Doch 2014 musste Solon zum zweiten Mal Insolvenz beantragen.

Bild: dpa

Odersun sollte ein strahlendes Aushängeschild der Brandenburger Wirtschaft werden und seinen Solarmodulen den Markt verändern. Doch es kam anders als erhofft. Odersun lieferte kein marktfähiges Produkt. 2010 meldete Odersun Insolvenz an. 2013 wurde ein Ermittlungsverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet. Der Vorwurf: Insolvenzverschleppung. dpa

Odersun

Odersun sollte ein strahlendes Aushängeschild der Brandenburger Wirtschaft werden und seinen Solarmodulen den Markt verändern. Doch es kam anders als erhofft. Odersun lieferte kein marktfähiges Produkt. 2010 meldete Odersun Insolvenz an. 2013 wurde ein Ermittlungsverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet. Der Vorwurf: Insolvenzverschleppung.

Bild: dpa

2005 wurde Sovello als Joint-Venture von Q-Cells, Evergreen Solar und Renewable Energy Corporation ASA gegründet. Anfangs startete das Solarunternehmen durch, doch bis 2012 stieg Sovello immer weiter ab und musste Insolvenz beantragen. Im August 2012 wurde bekannt gegeben, dass das Unternehmen die Produktion komplett einstellt und allen Mitarbeitern kündigen muss. dpa

Sovello

2005 wurde Sovello als Joint-Venture von Q-Cells, Evergreen Solar und Renewable Energy Corporation ASA gegründet. Anfangs startete das Solarunternehmen durch, doch bis 2012 stieg Sovello immer weiter ab und musste Insolvenz beantragen. Im August 2012 wurde bekannt gegeben, dass das Unternehmen die Produktion komplett einstellt und allen Mitarbeitern kündigen muss.

Bild: dpa

Schon 1999 wurde Q-Cells gegründet, zwei Jahre später wurde die erste funktionierende Solarzelle produziert. 2010 bekam das Unternehmen den „Sustainable Energy Europe Award“ für die Kommunikations-Kampagne „Sonne-Sonne-Sonne“, ein Jahr später wurde Q-Cells Werbepartner von Borussia Dortmund. Im gleichen Jahr musste die Firma allerdings große Verluste einstecken, 2012 sah es nicht besser aus. Der südkoreanischer Konzern Hanwha übernahm Q-Cells dann für etwa 250 Millionen Euro. dpa

Q-Cells

Schon 1999 wurde Q-Cells gegründet, zwei Jahre später wurde die erste funktionierende Solarzelle produziert. 2010 bekam das Unternehmen den „Sustainable Energy Europe Award“ für die Kommunikations-Kampagne „Sonne-Sonne-Sonne“, ein Jahr später wurde Q-Cells Werbepartner von Borussia Dortmund. Im gleichen Jahr musste die Firma allerdings große Verluste einstecken, 2012 sah es nicht besser aus. Der südkoreanischer Konzern Hanwha übernahm Q-Cells dann für etwa 250 Millionen Euro.

Bild: dpa

1993 wurde Sunways, ein Pionier-Unternehmen der jungen Photovoltaik-Branche, gegründet. 1999 produzierte das Unternehmen die ersten Solarzellen und wurde zur Aktiengesellschaft. 152,3 Millionen Euro betrugen die Umsatzerlöse 2005. Fünf Jahre später, 2010,  wurde das umsatzstärkste Jahr in der Firmengeschichte gefeiert, 350 Mitarbeiter waren an Bord. Es zeichnete sich aber langsam ab, dass am Markt hohe Überkapazitäten bestehen und chinesische Firmen sehr viel billiger produzieren. 2012 drohte die Insolvenz und zwei Jahre später stand fest: Sunways ist Geschichte und wird in die Freiburger S.A.G. Solar integriert. dpa

Sunways

1993 wurde Sunways, ein Pionier-Unternehmen der jungen Photovoltaik-Branche, gegründet. 1999 produzierte das Unternehmen die ersten Solarzellen und wurde zur Aktiengesellschaft. 152,3 Millionen Euro betrugen die Umsatzerlöse 2005. Fünf Jahre später, 2010, wurde das umsatzstärkste Jahr in der Firmengeschichte gefeiert, 350 Mitarbeiter waren an Bord. Es zeichnete sich aber langsam ab, dass am Markt hohe Überkapazitäten bestehen und chinesische Firmen sehr viel billiger produzieren. 2012 drohte die Insolvenz und zwei Jahre später stand fest: Sunways ist Geschichte und wird in die Freiburger S.A.G. Solar integriert.

Bild: dpa

Strategische Differenzen und die Solarkrise verursachten auch das Aus von Conergy. 1998 wurde das Unternehmen von Hans-Martin Rüter gegründet, 2007 wurde bekannt, dass Conergy in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Zusätzlich wurden Vorwürfe gegen die Manager wegen Bilanzfälschung, Marktmanipulation und Insiderhandel laut. 2016 folgten teils Freispruch, teils Geldbußen. dapd

Conergy

Strategische Differenzen und die Solarkrise verursachten auch das Aus von Conergy. 1998 wurde das Unternehmen von Hans-Martin Rüter gegründet, 2007 wurde bekannt, dass Conergy in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Zusätzlich wurden Vorwürfe gegen die Manager wegen Bilanzfälschung, Marktmanipulation und Insiderhandel laut. 2016 folgten teils Freispruch, teils Geldbußen.

Bild: dapd

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