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22.06.2016

17:42 Uhr

Solarworld

US-Richter sagt Verhandlung ab

VonFranz Hubik

Gerichtstermin gestrichen: Im 770-Millionen-Dollar-Prozess, der Solarworld existenziell bedroht, findet am Donnerstag doch keine Anhörung in den USA statt. Warum diese Nachricht den Solarmodulhersteller überrascht.

Chef Frank Asbeck muss sich vor der US-Justiz verantworten. dpa

Solarworld

Chef Frank Asbeck muss sich vor der US-Justiz verantworten.

MünchenEs ist eine kurze Notiz mit womöglich großer Tragweite für Solarworld-Boss Frank Asbeck. „Der Anhörungstermin am 23. Juni 2016 ist abgesagt“, teilte bereits am vergangenen Freitag jenes US-Gericht mit, das über das unternehmerische Lebenswerk des Bonner Solarpioniers entscheiden dürfte. Thomas L. Ludington, der zuständige Richter in Michigan, hätte morgen Donnerstag voraussichtlich darüber befunden, ob der Siliziumhersteller Hemlock Semiconductor zu Recht rund 770 Millionen Dollar Schadensersatz von Solarworld fordert.

Deutschlands größter Solarmodulhersteller wurde von der Terminabsage offenbar ziemlich überrascht. Vermutlich aus Sorge, der Richter könnte nun ein Urteil fällen ohne Solarworlds Sichtweise noch einmal zu würdigen, haben die US-Anwälte des Bonner Konzerns am Montag vorsorglich einen Antrag auf einen neuen Anhörungstermin gestellt.

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„Wie dem Gericht bewusst ist, ist dies ein wichtiger Prozess“, führen die Solarworld-Verteidiger in dem dreiseitigen Schreiben aus. „Hochachtungsvoll“, weisen die Anwälte darauf hin, dass nur eine nochmalige mündliche Verhandlung den Richter mit den „nötigen zusätzlichen Informationen“ versorgt, um zu einer klärenden Entscheidung gelangen zu können.

Im Kern geht es in dem Rechtsstreit zwischen Solarworld und dem US-Konzern Hemlock um angeblich nicht eingehalte Lieferverträge für Silizium. Der Rohstoff ist die Basis für die Herstellung von Photovoltaikzellen.

Eine Verurteilung hätte für Solarworld wohl fatale Folgen. Negative Auswirkungen „bis hin zur Bestandsgefährdung“ seien möglich, heißt es dazu im Geschäftsbericht des Konzerns.

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Das Urteil in den USA, das wohl über das Schicksal von Solarworld entscheidet, ist vertagt worden. Gründer Frank Asbeck hat nun 14 Tage Zeit für eine außergerichtliche Einigung – die sollte er nutzen, empfehlen Experten.

Wie es in dem Prozess nun weitergeht, ist derzeit unklar. Solarworld wollte sich wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern. Ein Sprecher des Gerichts in Michigan teilte dem Handelsblatt mit: „Es gibt keine Einigung und der Richter hat noch kein Urteil getroffen“. In Kürze, so der Sprecher, soll es aber zumindest eine Erklärung dafür geben, warum der Richter den für 23. Juni anberaumten Verhandlungstermin abgesagt hat.

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