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10.02.2017

15:13 Uhr

Sonnenstrom in der Krise

Solarworld sieht weiter kein Licht

Solarworld rutscht wegen hoher Überkapazitäten am Weltmarkt und Preisdruck vor allem aus China immer tiefer in die roten Zahlen. Das angeschlagene Unternehmen streicht nun 400 Stellen. Anleger reagieren schockiert.

Die Zahl der Mitarbeiter soll von zuletzt rund 3000 um 400 gesenkt werden. dpa

Solarworld

Die Zahl der Mitarbeiter soll von zuletzt rund 3000 um 400 gesenkt werden.

DüsseldorfDie seit Jahren defizitäre Solarworld ist 2016 wegen des Preiskampfes in der Solarbranche noch tiefer in die Verlustzone gerutscht. Vorstandschef Frank Asbeck zieht daher die Reißleine und will durch einen deutlichen Stellenabbau und die Konzentration auf Hochleistungsprodukte in die Gewinnzone zurückkehren, wie Solarworld am Freitag mitteilte. Doch das wird wohl erst gegen Ende des Jahrzehnts gelingen.

„Die Rückkehr zur Profitabilität hängt davon ab, dass es uns gelingt, durch die Fokussierung auf ausschließlich sehr hochwertige Produkte und durch Maßnahmen in allen Bereichen die Kosten zu senken.“ Das werde zudem Anlaufkosten mit sich bringen. „Im Ergebnis streben wir an, 2019 ein sichtbar positives Ebit zu erreichen“, sagte Asbeck. Anleger trennten sich von der Aktie. Sie verlor bis zu 7,3 Prozent auf 3,70 Euro.

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Am Donnerstag diskutiert der Aufsichtsrat über die Zukunft von Solarworld. Der Konzern muss sein Geschäftsmodell ändern. Im Gespräch sind eine Konzentration auf spezialisierte Produkte – aber auch der Abbau von Jobs.

Im vergangenen Jahr verbuchten die Bonner bei einem fünfprozentigen Umsatzplus auf 803 Millionen Euro operativ einen Verlust (Ebit) von 99 Millionen Euro. Binnen Jahresfrist schmolzen die flüssigen Mittel um mehr als die Hälfte auf 88 Millionen Euro zusammen.

Asbeck kündigte an, mit der Konzentration auf Hochleistungsprodukte solle der Aufwand in Produktion, Vertrieb und Verwaltung deutlich sinken und die Zahl der Mitarbeiter von zuletzt rund 3000 um 400 gesenkt werden. 2017 peile er bei stagnierenden Erlösen eine Verbesserung des Ebit an, gleichwohl rechne er aber weiter mit Verlusten. Voraussetzung für diese Prognose sei, dass es keine weiteren außergewöhnlichen Preisrückgänge gibt.

Seit Monaten macht den Solarfirmen der erneute Preisrückgang zu schaffen, weil chinesische Hersteller ihre Überkapazitäten mit Niedrigstpreisen auf die Weltmärkte schleudern.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

10.02.2017, 16:21 Uhr

Die Sonneneinstrahlung ist für eine industrielle Stromerzeugung aufgrund der geringen Einstrahlungsdichte und der nicht bedarfsorientierten Sonneneinstrahlung ungeeignet. Das war und ist allgemein bekannt.

Das Kapital der Sonnenkönige waren ihre guten Beziehungen zur Politik. Es war ein Geben und Nehmen. Ein Sonnenkönig soll den roten und grünen (später auch schwarzen) Genossen das EEG, bzw. die Novellen ausgearbeitet haben so dass diese dies mit wenig Arbeit durch den Bundestag bringen konnten. Sonnenkönige haben gem. Wiwo Abgeordneten den Wahlkampf gesponsert. Letztlich ging es darum Subventionen für ein wertloses, umweltschädliches Produkt (Solarstrom) zu Lasten der Gesellschaft abzugreifen.

Womit die Sonnenkönige nicht gerechnet hatten war, dass die Chinesen in den Bau der Solarzellen einsteigen würde und diese fertigungstechnisch und hinsichtlich der Kosten optimieren würden.

Wie gewonnen, so zeronnen.

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