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24.06.2014

16:22 Uhr

South-Stream-Deal

Handschlag zwischen OMV und Gazprom erntet Kritik

Das Geschäft wurde zuletzt kritisiert, doch Österreich blieb standhaft: Das Land will Gaslieferungen ohne Transit durch die unsichere Ukraine. Dies könnte nun bald Realität werden – was EU-Partner scharf kritisieren.

Die Vorbereitungen für den Pipeline-Bau laufen, vor allem in osteuropäischen Staaten wie Bulgarien, oder eben in solchen Röhrenwerken in der Exportnation Russland selbst. Nun ist auch Österreich mit von der Partie. Reuters

Die Vorbereitungen für den Pipeline-Bau laufen, vor allem in osteuropäischen Staaten wie Bulgarien, oder eben in solchen Röhrenwerken in der Exportnation Russland selbst. Nun ist auch Österreich mit von der Partie.

WienMitten in der Krise zwischen Russland und der Ukraine treibt der russische Energieriese Gazprom sein umstrittenes Pipeline-Projekt South Stream voran. Im Vorfeld eines Besuchs von Russlands Präsident Wladimir Putin in Wien unterzeichneten Gazprom und der österreichische Energiekonzern OMV einen Vertrag für den Bau des österreichischen Teilabschnittes. Die Österreicher, die etwa vor einem Jahr mit ihrem Pipeline-Projekt Nabucco scheiterten, wollen mit South Stream die Versorgung der Alpenrepublik sichern. Die Russen wollen mit South Stream auch die Ukraine als Transitland umgehen, mit der sie wegen Gaslieferungen über Kreuz liegen. Wegen angeblich unbezahlter Rechnungen hatte Russland in der Vorwoche die Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt.

Ab 2017 soll russisches Gas über die geplante Pipeline von der bulgarischen Schwarzenmeerküste weiter nach Serbien und Ungarn bis nach Österreich strömen. Bis zu 32 Milliarden Kubikmeter Gas sollen im Laufe des Jahres 2017 in Österreich ankommen. „Diese Investitionsentscheidung ist eine Entscheidung in Gasversorgung für Europa“, sagte OMV-Chef Gerhard Roiss.

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Allerdings liegt Gazprom noch mit der EU im Streit über das Pipeline-Projekt. Die EU-Kommission bezweifelt, dass bei dem Projekt EU-Rechte eingehalten werden - es sei unzulässig, dass ein Erdgaslieferant zugleich den Zugang zu den Pipelines kontrolliert. Gazprom hält die Hälfte der Anteil an der geplanten Röhre. Bulgarien hat dem Druck der EU nachgegeben und die Bauarbeiten an der Röhre vorerst eingestellt.

Gazprom-Chef Miller nimmt die Kritik gelassen: „Zum Dritten Energiepaket muss man zu bedenken geben, dass es den Betrieb und nicht den Bau einer Gaspipeline behandelt“, sagte Miller zu den EU-Vorgaben. „Wir befinden uns mit der EU-Kommission in einem Dialog, der als konstruktiv zu bezeichnen ist.“ Großprojekte hätten bei ihrer Umsetzung immer mit der einen oder anderen Frage zu kämpfen, die gelöst werden muss, sagte er. Er sei wöchentlich, wenn nicht sogar täglich, in persönlichem oder telefonischem Kontakt mit EU-Energiekommissar Günther Oettinger.

In der EU-Kommission wollte man die Aussagen des Gazprom-Chefs nicht kommentieren. „Die EU-Kommission nimmt die Ereignisse in Wien zur Kenntnis“, sagte die Sprecherin des Kommissars lediglich.

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Auch OMV-Chef Roiss zeigte sich zuversichtlich, dass es zu einer Einigung mit der EU komme. „South Stream wird vollständig mit dem EU-Recht konform sein“, sagte Roiss. Seiner Einschätzung nach gibt es keine Alternative zu Gas, da Atomkraft für Österreich nicht in Frage kommt. „Ich glaube es muss allen klar sein, dass Europa russisches Gas braucht und ich glaube, das versteht auch die EU-Kommission“, sagte Roiss. Gazprom habe sich in den vergangenen 50 Jahren als verlässlicher Lieferant erwiesen und es sei wichtig, „auf weitere 50 Jahre langfristig aufzubauen“, sagte Roiss.

Der OMV-Chef hofft, die Genehmigung der EU für das österreichische Teilstück im kommenden Jahr zu erhalten. 2016 will der teilstaatliche Konzern mit den Bauarbeiten an dem 50 Kilometer langen Teilstück von der ungarischen Grenze bis zum Knotenpunkt Baumgarten beginnen. Die Kosten bezifferte Roiss für das gesamte Teilstück mit 200 Millionen Euro. Gazprom und OMV zahlen jeweils die Hälfte.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

24.06.2014, 14:00 Uhr

Die Russen bauen immer mehr Pipelines für immer weniger Gas, das Europa braucht. Strom aus Gas wird mit Strom aus Wind und Sonne ersetzt. Bei den Pipelines zahlen die Russen drauf. Irgendwann werden die das auch merken. So dicken haben es die ja auch nicht, und den ganzen Pipeline Bau sein lassen.

Account gelöscht!

24.06.2014, 14:16 Uhr

Zitat : Handschlag zwischen OMV und Gazprom über South Stream

- wenigstens die Österreicher haben noch Eier ! Und haben es verstanden, dass Pipelines durch Krisenherde immer mit Konfliktpotential behaftet sind !

Natürlich ist South Stream eine sehr gute Lösung für sichere Lieferungen nach Europa !

Account gelöscht!

24.06.2014, 14:34 Uhr

@ Beebo12

Zitat : Strom aus Gas wird mit Strom aus Wind und Sonne ersetzt.

- aber nur in Ihrer Phantasie !

Sie müssen ja so strahlen, dass Sie die PV-Anlagen anheizen,

und blasen, dass sich die unnützen Windmühlen drehen......:-)

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