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30.12.2014

18:46 Uhr

South-Stream-Flop

Pipeline-Aus kostet Salzgitter Millionen

Das Aus für das Milliardenprojekt South Stream ist ein Rückschlag für den Stahllieferanten Salzgitter. Der Konzern hatte gerade begonnen, sich von schweren Verlusten zu erholen. Eine Versicherung greift nur bedingt.

Gelände von Salzgitter: Das Aus für South Stream ist für den Stahlkonzern ein herber Rückschlag. dpa

Gelände von Salzgitter: Das Aus für South Stream ist für den Stahlkonzern ein herber Rückschlag.

FrankfurtDer Stopp des Gaspipeline-Projekts South Stream durchkreuzt die Sparbemühungen des angeschlagenen Stahlherstellers Salzgitter. Der Röhrenbauer Europipe – eine Gemeinschaftsfirma der Salzgitter AG und der Dillinger Hütte – müsse seine Produktion für die geplante Leitung aus Russland „bis auf weiteres, voraussichtlich mindestens bis zum 19. Februar 2015, aussetzen“, teilte die Salzgitter AG am Dienstag mit.

Bisher war nur von einem Aufschub bis 1. Januar die Rede gewesen, näheres sollte am Jahresende feststehen. Der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, hatte das Projekt Anfang Dezember für gescheitert erklärt.

Der Produktionsstopp brocke allein dem Salzgitter-Konzern voraussichtlich eine Schmälerung des Gewinns „im unteren zweistelligen Millionenbereich“ ein, schrieb das niedersächsische Unternehmen. Weitere Details zur Belastung gab es nicht.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Deutschlands zweitgrößter Stahlhersteller hatte zuletzt unter der branchenweiten Krise gelitten und kräftige Verluste eingefahren. Ein Sparprogramm und Einschnitte in der Belegschaft brachten dann aber die Wende. Vor Steuern schrieb der Konzern nach den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wieder schwarze Zahlen – erstmals seit 2011.

Unter dem Strich standen zwar noch gut 12 Millionen Verlust, was aber nach fast 400 Millionen Euro Miesen aus den drei ersten Vergleichsquartalen 2013 eine erhebliche Verbesserung darstellte.

Kommentare (3)

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30.12.2014, 19:07 Uhr

So ist das Leben - nicht allein bei Salzgitter, sondern überall auf dem Globus.

Je früher sich auch das verwöhnte Deutschland wieder daran gewöhnt, um so besser für die paar wenigen noch verbleibenden Arbeitsplätze der kommenden Jahre.

Eine Frau Merkel wird solche Erkenntnisse wohl kaum generieren können, ihre Führungsclique ebensowenig - einmal ganz abgesehen von den Sozialisten, Grünen und Roten im Lande und im Parlament.

Die fortschreitende Globalisierung wird erst noch in Fahrt kommen müssen, bis davon auch die indifferenten Politiker in Europa Kenntnis nehmen (können).

Bis dahin wird es sehr eng werden, Regierungen vom Tableau gefegt werden und neue Parteien mit modernen Ansichten und Instrumenten sich etablieren.

In zwanzig Jahren weiß niemand mehr, was SPD, Grüne Linke und CDU überhaupt gewesen sein mögen.

Herr Martin Ivers

30.12.2014, 20:04 Uhr

... die der Gaskunde und/oder Steuerzahler spart. Oder wer sonst hätte für diese Pipeline letzendlich gezahlt?

Mit der Nord Stream Pipeline hat der Gaskunde Schröders Posten beim Betreiberunternehmen ( mit Sitz im Steuersparkanton Zug) mitfinanziert das jetzt, wo die Nord Stream AG kaum noch Mitarbeiter hat, die im Verhältnis bestbezahlten Aufsichtsräte der Welt hat.

Herr Johannes Rosendahl

05.01.2015, 13:42 Uhr

Das ist halt unternehmerisches Risiko. Also warum jammern, zumal Rußland ja nicht unbedingt als besonders zuverläßig bekannt ist.

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