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16.08.2013

11:23 Uhr

Sparprogramm

Stahlkonzern Salzgitter will Vorstandsposten streichen

Der angeschlagene Stahlkonzern Salzgitter setzt sein angekündigtes Sparprogramm um. Dabei sollen drei der sechs Vorstandsposten wegfallen. Zudem sei die Neuorganisation einzelner Sparten geplant.

Der Stahlkonzern Salzgitter will drei seiner sechs Vorstandsposten streichen. dpa

Der Stahlkonzern Salzgitter will drei seiner sechs Vorstandsposten streichen.

Berlin Nach dem angekündigten Stellenabbau will der angeschlagene Stahlkonzern Salzgitter nun offenbar auch seinen Vorstand ausdünnen. Einem Sprecher zufolge gibt es Überlegungen, das Gremium auf drei Posten zu reduzieren. "Das ist eine Variante, aber es ist keine Entscheidung dazu gefallen", sagte er am Freitag. Bei dem Sparprogramm "Salzgitter AG 2015" gehe es auch darum, Strukturen und Entscheidungswege auf den Prüfstand zu stellen. In diesem Zusammenhang schaue sich der Konzern auch die Führungsebenen an. Über die Pläne hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Vor wenigen Tagen hatte der Konzern aus Niedersachsen angekündigt, mehr als 1500 Jobs seiner 23.000 Stellen zu streichen.

Salzgitter reagiert damit auf die Krise in der Stahlindustrie, die auch Konkurrenten wie Weltmarktführer Arcelor-Mittal und Thyssen-Krupp zu Einsparungen zwingt. Der Konzern hatte kürzlich seinen Ausblick zum zweiten Mal binnen weniger Monate gesenkt und rechnet nun für 2013 mit einem Vorsteuerverlust von 400 Millionen Euro.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Für eine Verkleinerung des Vorstands bei Salzgitter müsste kein Manager entlassen werden. Denn die Verträge von Röhrenchef Wolfgang Eging und Handelsvorstand Heinz Groschke laufen Ende September kommenden Jahres aus. Beide sind dann Mitte 60. Einen weiteren Vorstandsbereich hat Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann mitübernommen. Zum Management gehören daneben noch Finanzchef Burkhard Becker und Personalvorstand Michael Kieckbusch.

Mit drei Posten - Vorstands-, Finanz- und Personalchef - kommt inzwischen auch der deutsche Branchenführer ThyssenKrupp aus. Im Winter hatten drei Manager dort unter anderem im Zuge der Milliardenverluste bei den Überseestahlwerken ihren Hut nehmen müssen. Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hat offengelassen, ob der Vorstand wieder vergrößert wird.

Von

rtr

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