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15.10.2013

14:24 Uhr

Spartenverkauf

Siemens-Wassertechnik geht an Finanzinvestor

Es scheint entschieden: AEA Investors bieten für Siemens Wassertechniksparte 800 Millionen Dollar und stechen so offenbar ihre Rivalen aus. An den Sortieranlagen ist noch ein ganz anderer Finanzinvestor interessiert.

Nach misslungener Internationalisierung: Siemens hatte die vor allem in den USA tätige Wassertechnik-Sparte vor fast einem Jahr zum Verkauf gestellt. Reuters

Nach misslungener Internationalisierung: Siemens hatte die vor allem in den USA tätige Wassertechnik-Sparte vor fast einem Jahr zum Verkauf gestellt.

FrankfurtDie Siemens-Wassertechniksparte geht aller Voraussicht nach an einen Finanzinvestor. Der Konzern sei in fortgeschrittenen Gesprächen mit AEA Investors, die für das Geschäftsfeld etwa 800 Millionen Dollar böten, sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die New Yorker hätten ihren Rivalen American Industrial Partners in der vergangenen Runde ausgestochen, hieß es.

Siemens hatte die vor allem in den USA tätige Sparte vor fast einem Jahr zum Verkauf gestellt, um das renditeschwache Geschäft nach misslungener Internationalisierung wieder loszuwerden. In den vergangenen Jahren hatte sich Siemens das Segment zusammengekauft und alleine für die Firma US Filter eine Milliarde Dollar an den Vorbesitzer Veolia Environment bezahlt.

Die rund 600 Mitarbeiter der Siemens-Wassertechnik bieten vor allem für Stadtwerke und öffentliche Versorger komplette Wasserwerke, Pumpensysteme und Desinfektionstechnik an. Damit machten die Münchner im vergangenen Jahr 1,3 Milliarden Dollar Umsatz. Bietern zufolge betrug die das operative Ergebnis (Ebitda) zwischen 70 und 80 Millionen Dollar.

An dem Bereich Sortieranlagen für Pakete und Gepäck ist unterdessen ein anderer Finanzinvestor interessiert. Die Private-Equity-Firma Triton sei noch im Rennen, nachdem Sun Capital ausgestiegen sei, sagten zwei Insider. Triton verhandele derzeit mit der staatlichen KfW-Bank über Garantiefinanzierungen, die Hersteller von Großanlagen im Auslandsgeschäft in der Regel brauchen. Das Sortieranlagengeschäft erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 900 Millionen Euro mit 3600 Mitarbeitern.

Die kleine Siemens-Sparte für Verdrahtungshilfen ist den Kreisen zufolge derzeit auch zu haben. Siemens habe die Investmentbank HSBC beauftragt, das Geschäftsfeld loszuschlagen. Konkurrenten wie ABB, Schneider, Legrand und mehrere Asiaten hätten bereits ihre Angebote eingereicht. Der Wert werde demnach auf 150 bis 200 Millionen Euro veranschlagt, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen.

Siemens wollte sich zu den Angaben nicht äußern. Auch AEA, Triton, die KfW, ABB und HSBC lehnten eine Stellungnahme ab. Schneider, Sun Capital, und American Industrial Partners waren zunächst nicht erreichbar.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Siemens-indianer

16.10.2013, 13:12 Uhr

Das war ja klar, dass Siemens wieder mal was verhökert.
So langsam bleibt da nur die Bank übrig. Die angegliederte Elektroabteilung ist zwischenzeitlich verkauft. Ob das Gut geht, wird sich zeigen.

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