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23.09.2013

15:30 Uhr

Stadt soll Netze kaufen

Hamburger bringen Vattenfall in Bedrängnis

VonJohannes C. Bockenheimer

Die Mehrheit der Hamburger Bürger fordert in einem Volksentscheid den Rückkauf des Energienetzes vom schwedischen Energieversorger. Doch Vattenfall will sich nicht kampflos geschlagen geben.

Die Hamburger Bürger haben der Stadt den Auftrag gegeben, das Stromnetz zurückzukaufen – eine herbe Niederlage für Vattenfall. dapd

Die Hamburger Bürger haben der Stadt den Auftrag gegeben, das Stromnetz zurückzukaufen – eine herbe Niederlage für Vattenfall.

Berlin/HamburgSchwere Schlappe für Vattenfall: Der Hamburger Senat muss sich um den Rückkauf der städtischen Strom-, Gas- und Fernwärme-Netze vom schwedischen Versorger bemühen. Parallel zur Bundestagswahl hatten sich am Sonntag 51 Prozent der Bürger per Volksentscheid für einen solchen Schritt ausgesprochen. Das Bundesland tritt damit in direkte Konkurrenz zum schwedischen Energiekonzern sowie zum deutschen Versorger Eon. 2014 startet in der Hansestadt das Bieterverfahren für eine Neuvergabe der Netzkonzessionen. Beiden Konzerne hatten angekündigt, mitbieten zu wollen. Vattenfall war schon in den vergangenen Jahren Konzessionsinhaber.

Tuomo Hatakka, Geschäftsführer der Vattenfall-Netzgesellschaft, will trotz des Bürgervotums an den Bieterplänen seines Konzerns festhalten. Man nehme das Votum der Hamburger „mit Respekt zur Kenntnis“, teilte er Handelsblatt Online am Montag auf Anfrage mit. Gleichzeitig halte man an den Plänen fest, im Bieterverfahren doch noch den Zuschlag zu bekommen.

„Unabhängig vom Volksentscheid wird die Stromnetz Hamburg GmbH in den kommenden Wochen mit Hochdruck die Bewerbungsunterlagen für das Konzessionsvergabeverfahren vorbereiten“, hieß es am Montag. Die Mitarbeiter hätten in den vergangenen Jahren „hervorragende Arbeit geleistet“. Daher rechne man sich „gute Chancen“ in einem transparenten Vergabeverfahren aus.

Der Ausgang des Volksentscheides kommt überraschend. Noch in der vergangenen Woche sprach sich in einer Umfrage die Mehrheit der Hamburger gegen eine Verstaatlichung des Netzes aus. Doch nicht nur für Vattenfall, auch für Ersten Bürgermeister der Stadt, Olaf Scholz (SPD), ist das Bürgervotum ein Rückschlag. Scholz und die SPD hatten sich gegen eine komplette Rekommunalisierung ausgesprochen. Gegenwärtig ist Hamburg mit 25,1 Prozent an den Netzen beteiligt. Rund 544 Millionen Euro kostete die Stadt das Anteilspaket. Durch den kompletten Rückkauf würden dem Hamburger Haushalt zusätzliche Kosten in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro entstehen, warnte Regierungschef Scholz vor einigen Wochen. Geteilt wird diese Sorgen von den Fraktionen von CDU und FDP in der Hamburger Bürgerschaft.

Als Reaktion auf das Votum hat die in der Hansestadt allein regierende SPD angekündigt, noch in dieser Woche einen Fahrplan zum Rückkauf vorlegen zu wollen. Bereits am Mittwoch solle die Bürgerschaft die Vorbereitungen treffen, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Dressel am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Eile sei nötig, da Anfang Januar die Frist ablaufe, bis zu der die Stadt ihr Interesse am Rückkauf des Stromnetzes bekundet haben müsse.

Kommentare (9)

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23.09.2013, 15:48 Uhr

Da kann man nur Viel Glueck wuenschen! Eine "Initiative von Umweltverbänden, der Verbraucherzentrale, Teile der evangelischen Kirche, sowie Grüne und Linke.." hat hoffentlich das noetige Kleingeld und das notwendige Know how, sowie die entsprechenden Fachkompetenzen um eine deratige Aufgabe zu meistern.
2 Mrd Euro sind ja nix, dass kann Hamburg bestimmt aus eigener Kasse zahlen.. Oh Mann

h.denzol@Hoffie

23.09.2013, 16:48 Uhr

Na,da hat die Stadt HH ca.5.5.Mrd./a an Personalkosten
am Hals(incl.Pensionen).Da könnte doch wohl mal reduziert werden.

Ameise

23.09.2013, 17:34 Uhr

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