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06.11.2013

09:58 Uhr

Stahlhändler

KlöCo will sich aus Krise sparen

Der Stahlkonzern Klöckner & Co übertrifft die Erwartungen der Analysten: Der Gewinn verdoppelt sich im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem sollen die Aktionäre leer ausgehen.

Die Zentrale von Klöckner & Co in Duisburg: „Die umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen überkompensieren mittlerweile deutlich den negativen Markteinfluss.“ dpa

Die Zentrale von Klöckner & Co in Duisburg: „Die umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen überkompensieren mittlerweile deutlich den negativen Markteinfluss.“

DüsseldorfDer Stahlhändler Klöckner & Co will nach dem Abbau zahlreicher Arbeitsplätze mit weiteren Kostensenkungen die Krise hinter sich lassen. Im dritten Quartal habe das Unternehmen seinen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 36 Millionen Euro verdoppelt, teilten die Duisburger mit. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten, die mit knapp 32 Millionen Euro gerechnet hatten.

Der Umsatz ging allerdings auch wegen der Standortschließungen um rund 250 Millionen Euro auf 1,6 Milliarden Euro zurück. Vorstandschef Gisbert Rühl kündigte an, den Stellenabbau bis Ende des Jahres abzuschließen und bekräftigte die Prognose. Danach soll das Ebitda 2013 vor den Kosten für die Restrukturierungen auf dem Vorjahresniveau von 140 Millionen Euro liegen.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

„Die umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen überkompensieren mittlerweile deutlich den negativen Markteinfluss“, sagte Rühl. Er hatte wegen der schwachen Stahlnachfrage und des Preisdrucks 2011 den Rotstift angesetzt. Bis Ende des Jahres will er den damals eingeleiteten Abbau von 2200 Arbeitsplätzen - ein Fünftel der Belegschaft - abschließen. Auch die Schließung oder der Verkauf von 71 Standorten - etwa ein Viertel - soll dann vollzogen sein. Mit beiden Maßnahmen will der Manager einen jährlichen Ebitda-Effekt von 160 Millionen Euro erzielen.

Durch einen verbesserten Einkauf und Vertrieb wolle er weitere 50 Millionen Euro sparen, 20 Millionen bereits im kommenden Jahr, kündigte Rühl am Mittwoch an. 2014 wolle der Konzern in der Lage sein, auch aus eigener Kraft ein positives Vorsteuerergebnis einzufahren. „Verbunden damit ist die klare Zielsetzung, die Dividendenfähigkeit wieder zu erreichen.“ Rühl hatte angekündigt, dass die Aktionäre für 2013 leer ausgehen.

Von

rtr

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