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07.02.2014

09:29 Uhr

Stahlhersteller

Arcelor Mittal erwartet anziehende Stahlnachfrage

Die Konjunktur in Europa erholt sich – das verbreitet auch außerhalb Europas Zuversicht. Arcelor Mittag, der führende Stahlhersteller, glaubt deswegen an eine weltweit anziehende Nachfrage nach Eisen und Stahl.

Glühende „Stahlknüppel“ laufen auf der Gussanlage in der Stahlwerkshalle von ArcelorMittal in Hamburg: Insgesamt steige der Verbrauch 2014 um 3,5 bis 4 Prozent und damit etwas stärker als im vergangenen Jahr. dpa

Glühende „Stahlknüppel“ laufen auf der Gussanlage in der Stahlwerkshalle von ArcelorMittal in Hamburg: Insgesamt steige der Verbrauch 2014 um 3,5 bis 4 Prozent und damit etwas stärker als im vergangenen Jahr.

BrüsselArcelor Mittag rechnet dank der Konjunkturerholung in Europa mit einer weltweit anziehenden Nachfrage nach Eisen und Stahl. Insgesamt steige der Verbrauch 2014 um 3,5 bis 4 Prozent und damit etwas stärker als im vergangenen Jahr, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Arcelor ist mit Abstand führender Stahlhersteller und gilt als Gradmesser für den Zustand des verarbeitenden Gewerbes weltweit. Seinen Betriebsgewinn will der Konzern 2014 um mehr als eine Milliarde auf acht Milliarden Dollar steigern.

Unternehmenschef Lakshmi Mittal sagte, er schätze die Aussichten für sein Unternehmen vorsichtig optimistisch ein. Vor allem das Ende der jahrelangen Rezession in der Euro-Zone gibt dem Stahlkocher Zuversicht: In Europa werde die Stahlnachfrage wieder steigen. Zuletzt hatten auf dem Kontinent Überkapazitäten den Stahlkonzernen schwer zu schaffen gemacht.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Im vierten Quartal erwirtschaftete Arcelor einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 1,9 Milliarden Dollar, das ist gut ein Fünftel mehr als vor einem Jahr. Der Nettoverlust sank auf 1,2 Milliarden Dollar - vor Jahresfrist waren es gut dreimal so viel. Zugleich legte der Umsatz um knapp drei Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar zu. Investoren zeigten sich überzeugt: Die Aktie legte zum Handelsbeginn um vier Prozent zu.

Arcelor hatte im Herbst dem angeschlagenen ThyssenKrupp -Konzern mit dem Werk in den USA eine seiner beiden Problemstandorte in Übersee abgekauft. Thyssen leidet unter hohen Schulden und steckt tief in den roten Zahlen. Der Konzern legt seine Geschäftszahlen in der kommenden Woche vor.

Von

rtr

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