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16.09.2013

19:49 Uhr

Stahlhersteller

Salzgitter streicht 300 Jobs

Der Standort soll erhalten, das Personal aber dezimiert werden: Der Stahlhersteller Salzgitter will in Peine 300 Stellen streichen. Das Zittern um die Jobs hat aber noch kein Ende, konzernweit sollen 1500 Jobs wegfallen.

Zwei Mitarbeiter der Peiner Träger GmbH arbeiten im Stahlwerk der Peiner Träger GmbH in Peine (Niedersachsen) an einem Elektrolichtbogenofen. Trotz der massiven Schrumpfkur kommt das Peiner Werk um eine komplette Schließung herum. dpa

Zwei Mitarbeiter der Peiner Träger GmbH arbeiten im Stahlwerk der Peiner Träger GmbH in Peine (Niedersachsen) an einem Elektrolichtbogenofen. Trotz der massiven Schrumpfkur kommt das Peiner Werk um eine komplette Schließung herum.

Salzgitter/ FrankfurtDeutschlands zweitgrößter Stahlhersteller Salzgitter streicht alleine am verlustreichen Standort Peine rund 300 Stellen. Das sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Mit der massiven Schrumpfkur kommt das Peiner Werk vorerst um eine komplette Schließung herum. Dafür hatte sich auch die Landesregierung stark gemacht, die als Großaktionär ein Vetorecht hat.

In Peine stellen bisher rund 1070 Mitarbeiter Stahlträger her, vor allem für die in Europa seit längerem lahmende Bauindustrie. Der Sprecher betonte, es gebe weiterhin eine Standortgarantie für das Peiner Trägerwerk. Neu sei, dass nun ein tragfähiges Unternehmenskonzept stehe, das Perspektiven zum Fortbestand eröffne und eben auch Jobabbau vorsehe.

Die Streichungen bedeuten in Peine einen Stellenverlust von rund 28 Prozent. Betriebsbedingte Kündigungen sollen dort der letzte Weg sein, Vorrang haben Altersteilzeit, Auflösungsverträge und Versetzungen innerhalb des Konzerns. „Es gibt einen breiten Strauß personalwirtschaftlicher Maßnahmen“, sagte der Unternehmenssprecher.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Allein das Werk in Peine soll den Angaben von Montag nach auf rund eine Million Tonnen Jahresproduktion und gut 800 Arbeitsplätze geschrumpft werden.

Derzeit sind einem Sprecher zufolge dort noch rund 1100 Menschen beschäftigt, die Produktion liegt bei etwa 1,35 Millionen Tonnen. Dem defizitären Standort macht das jähe Ende des Immobilien-Booms in Spanien zu schaffen.

Die IG Metall erklärte, die Vereinbarungen seien ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der Abbau von Arbeitsplätzen könne jedoch kein Ersatz für eine Zukunftsstrategie sein. „Der Konzernvorstand ist jetzt gefordert, mit Blick auf neue Märkte und Produkte neue Perspektiven zu erschließen“, sagte Hans-Jürgen Urban vom IG Metall-Vorstand in Frankfurt.

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