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14.08.2013

12:54 Uhr

Stahlhersteller

Salzgitter streicht mehr als 1500 Stellen

Beim zweitgrößten Stahlhersteller Deutschlands fallen mehr Jobs weg als erwartet. Der Konzern meldet eine „Personalreduzierung oberhalb von 1500 Stellen“. Doch laut Gewerkschaft sind die Pläne noch nicht spruchreif.

Der Stahlkonzern Salzgitter will drei seiner sechs Vorstandsposten streichen. dpa

Der Stahlkonzern Salzgitter will drei seiner sechs Vorstandsposten streichen.

SalzgitterDeutschlands zweitgrößter Stahlhersteller Salzgitter will im Strudel der branchenweiten Krise mindestens 1500 Arbeitsplätze streichen. Details zu dem spürbaren Jobabbau, der rund sechs Prozent der Belegschaft oder ungefähr jede 16. Stelle treffen würde, blieb der Konzern aber zunächst schuldig. Die Gewerkschaft IG Metall widersprach dem Sparziel vehement - noch sei gar nichts entschieden, die Zahl 1500 habe nämlich noch gar keine Grundlage.

Mit seiner Halbjahresbilanz vom Mittwoch nannte der Konzern neben tiefroten Zahlen erstmals auch ein konkretes Sparziel für den Stellenschlüssel. Es gehe um eine „Personalreduzierung oberhalb von 1500 Stellen“. Zuvor hatte der Umfang der Pläne im Dunklen gelegen.

Unterm Strich notierte der MDax-Konzern aus Niedersachsen nach den ersten sechs Monaten 315,2 Millionen Euro Verlust. Zum ersten Quartal hatte der Nachsteuerverlust noch bei rund 17 Millionen Euro gelegen. Nun kamen binnen drei Monaten rund 300 Millionen Euro Miese hinzu.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

In den vergangenen Wochen hatten Arbeitnehmervertreter und Konzern über erste Sparziele verhandelt. Die Sichtweisen zum bisherigen Stand klaffen nun weit auseinander. Während in der Halbjahresbilanz steht, dass es längst eine Rahmenvereinbarung mit der Arbeitnehmerseite gebe und das Verabschieden dieses „Zukunftsvertrages“ nur noch eine Formalie sei, widerspricht die Gewerkschaft dieser Version vehement.

IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban wies das Sparziel von gut 1500 Stellen als „spekulativ und überflüssig“ zurück. „Betriebsräte und die IG Metall können und wollen die durch den Vorstand genannten Zahlen weder bestätigen noch akzeptieren“, sagte Urban in einer Mitteilung. Er kontrolliert Salzgitter als Vize-Aufsichtsratschef.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

14.08.2013, 08:14 Uhr

oh weia, und das vor den Wahlen.

Haben die Absprache der Angie mit den Dax30 Konzernen wohl nichts gebracht!!

1500arbeitslose5000asylanten

14.08.2013, 09:43 Uhr

Dazu passt folgende aktuelle Meldung in S.P.O.N:
Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist so hoch wie seit 1999 nicht mehr. Allein im Juli beantragten nach einem Bericht der "Augsburger Allgemeinen" 9516 Menschen erstmals Asyl beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich die Zahl damit mehr als verdoppelt.
Seit Jahresbeginn haben damit mehr als 50.000 Menschen in der Bundesrepublik Asyl gesucht".
Na bravo! Wann ist eigentlich der Mißbrauch des Asylrechtes (Asylbetrug) nicht strafbar?

Gastarbeiter

14.08.2013, 10:09 Uhr

Als ob die Salzgitter AG ein DAX-Konzern wäre...

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